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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 15:55 Uhr

Absage für neuen Kita-Anbau

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

CDU und SPD verzichten trotz bewilligter Fördermittel auf Erweiterung der städtischen Tagesstätte in Sude-West

von
erstellt am 13.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Die städtische Kindertagesstätte Sude-West bekommt keinen Anbau für zwei Krippengruppen mit insgesamt 20 Plätzen für Kinder unter drei Jahren. Das haben CDU und SPD mit ihrer Mehrheit im Jugend- und Sportausschuss durchgesetzt, gegen starken Widerstand aller anderen Fraktionen.

Im Frühjahr hatte die Stadt vorsorglich Fördermittel beantragt. Diese wurden auch bewilligt: 280 000 Euro vom Bund und 35 000 Euro vom Kreis standen bereit, zusammen gut ein Drittel der Gesamtinvestition in Höhe von 900 000 Euro. Eile war geboten, denn das Projekt hätte bis Ende 2014 abgeschlossen werden müssen. Doch davon wollten sich CDU und SPD nicht treiben lassen, wie sie sagten. Es sei in der Kinderbetreuung schon viel ausgebaut worden, die Investition stehe in ungünstigem Verhältnis zur Anzahl der neuen Krippenplätze, so der Ausschussvorsitzende Christian Chmiel-Hill (CDU). Als „Spitzenlast-Abdeckung“ werde ein Konzept mit Tagesmüttern bevorzugt. Ebenso äußerte sich Carmen Bassitta (SPD) und betonte, dass die Stadt im Moment den Rechtsanspruch auf U3-Betreuung erfülle, es demnach keinen Bedarf für den Ausbau gebe.

IBF, Linke, Grüne und DAF hielten mit einer Flut an Argumenten dagegen. Es gehe darum, die stadteigene Tagesstätte zu verbessern, und das mit hoher Förderung. Tagespflege sei gut, aber kein Ersatz für den Kindergarten. Möglichst früh müsse in Bildung investiert werden, spätere Fehlentwicklungen kämen viel teurer. Die Stadt müsse Kita-Plätze vorweisen können, um attraktiv zu sein – ein gutes Angebot schaffe auch die Nachfrage.

Nur zwei U3-Plätze werden im kommenden Jahr in Sude-West frei, berichtete Leiterin Sandra Ulrich-Schliwa. Auf der Warteliste stünden schon 14 Kinder. Doch der Rechtsanspruch wird erfüllt, wenn überhaupt in der Stadt ein Platz angeboten werden kann. Aktuell sei dabei die Lage entspannt, sagte Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro. Wie sie sich entwickeln werde, wisse man nicht. Er wiederholte seine Bedenken in Bezug auf die Tagespflege – und ein geeigneter Träger dafür sei im Moment nicht in Sicht.

Die rot-schwarze Haltung „heißt nicht, dass wir nicht weitere Kita-Plätze schaffen wollen“, sagte Chmiel-Hill. Auch das Projekt in Sude-West könne bei Bedarf wieder aktuell werden. Ein anderes gäbe es auch zurzeit nicht, schilderte Roeder. So könnte das Vorhaben alsbald nach dem Verzicht auf die Fördermittel wiederkommen – „das tut ja richtig weh“. Dazu Chmiel-Hill: „Das Risiko ist die CDU-Fraktion bereit einzugehen.“ Dabei blieb auch die SPD.

Ein Ausbau ist damit abgelehnt, eine Erweiterung der Betreuungszeiten soll es dagegen geben. „Bedarfsgerecht“ soll das geschehen, und diesen Bedarf nach längerer Öffnung oder gar Zeiten am Sonnabend soll die Verwaltung nun ermitteln. Das, so Roeder, werde schwer genug. Deshalb ist er für Hinweise interessierter Eltern dankbar: 04821/603243 oder carsten.roeder@itzehoe.de.

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