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Gemeinschaftsschule : Absage an gymnasiale Oberstufe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bildungsministerium weist Antrag aus Burg ab: Nicht genügend Schüler für die Umsetzung. Jetzt wird die Kooperation mit der Itzehoer Auguste-Viktoria-Schule angepeilt.

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erstellt am 09.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Vorerst wird es nichts mit der gymnasialen Oberstufe an der Burger Gemeinschaftsschule am Hamberg. Das Kieler Bildungsministerium sieht keine ausreichende Schülerzahl, um diese Umsetzung zu genehmigen. Lediglich drei weitere Schulen im Land dürfen eine Oberstufe einrichten. Burg gehört nicht dazu. Dennoch gibt es Grund für Optimismus: Die Schule aus dem Luftkurort will mit der Itzehoer Auguste-Viktoria-Schule (AVS) zusammenarbeiten, Schüler in die Oberstufe des Gymnasiums der Steinburger Kreisstadt versetzen.

Amtsvorsteher Klaus-Dieter Gäthje ist zugleich oberster Schulträger im Amt Burg-St. Michaelisdonn. Gäthje ist enttäuscht von der Nachricht aus dem Bildungsministerium: „Es ist schade, dass nur ein paar Kinder ausschlaggebend sind, die zur Sollstärke fehlen. Auf der einen Seite wird gesagt, man soll nicht nur auf die Zahlen gucken, auf der anderen Seite wird genau darauf geguckt. Das Amt ist Träger der Schulen, das Land hätte mit den sachlichen Kosten nichts zu tun“, betont der Kudener.

Burgs Bürgermeister Hermann Puck bedauert die Entscheidung gegen die Gemeinschaftsschule am Henberg ebenfalls: „Am 16. Januar haben wir eine interne Sitzung des Amtsausschusses, wo das Thema behandelt wird. Ich persönlich hätte es gut gefunden, wenn wir eine gymnasiale Oberstufe bekommen hätten.“ Und weiter: „Man braucht die Schule dann nicht wechseln, kann sie in einem Zug bis zum Abitur absolvieren. Jetzt müssen Burgs Schüler weiterhin zu den Gymnasien in Marne, Meldorf, Brunsbüttel, Itzheoe oder Heide pendeln und die Eltern die Fahrtkosten tragen, nachdem sich das Land vor Jahren schon aus dieser Verantwortung gezogen hat.“

Rektor Ernst Hahn: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass das Kollegium bereit gewesen ist, die Schule in diesem Bereich weiter zu entwickeln. Ich bin traurig darüber, dass in Dithmarschen nicht eine einzige Gemeinschaftsschule eine Oberstufe hat. Dithmarschen ist mal wieder der Rest von Schleswig-Holstein.“

Hahn gibt der Regionalschule in St. Michaelisdonn eine gewisse Mitschuld am Scheitern des Burger Antrages auf eine gymnasiale Oberstufe. Denn: „St. Michel hat eine Kooperation zur Einführung der gymnasialen Oberstufe abgelehnt.“

Doch so schnell lassen sich die Burger nicht unterkriegen. Die Schule hat bereits auf die Negativnachricht aus Kiel reagiert: Seit Dienstag steht man in Kontakt mit dem Berufsbildungszentrum (BBZ) und dem Itzehoer Auguste-Viktoria Gymnasium. Eine enge Kooperation wird angestrebt. Der Vorteil, so Hahn: „Dann könnten wir unsere geeigneten Schüler direkt ins Auguste-Viktoria-Gymnasium versetzen.“

Zudem weisen Hahn und Konrektor Johann Waller darauf hin, dass jeder Entscheid vier Wochen Einspruchsfrist habe, die Nachricht aus der Landeshauptstadt somit möglicherweise noch nicht das Ende der Fahnenstange sei. Burgs Schule wäre bereit für eine Oberstufe. Baulich wie fachlich steht man sehr gut da. 550 Schüler besuchen die Gemeinschaftsschule, 42 Lehrer, davon fünf Gymnasiallehrer, unterrichten sie. Die Qualität der Burger Schule weiß man auch südlich des Kanals zu schätzen. Zunehmend gehen Schüler aus Wacken, Vaale und anderen Orten in Burg zur Schule.

Bei Burger Eltern gab es verschiedene Sichtweisen zum Thema. Daniela Niebuhr, vier Kinder, sagt: „Ich bin nicht traurig darüber, dass hier keine gymnasiale Oberstufe kommt. Ich glaube, dass die Bedingungen zwischen einer gymnasialen Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule und der Oberstufe an einem richtigen Gymnasium absolut unterschiedlich sind.“ Claudia Nadrowski, zwei Kinder, sagt: „Für unsere Kinder wäre es toll gewesen, hier weiter zur Schule zu gehen. Jetzt müssen sie weiterhin fahren und die Eltern zahlen.“

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