zur Navigation springen

Schüler in Not : Abiturienten kämpfen für ihre Feier

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das war ein harter Schlag: Durch die Insolvenz der Elbmarschenhallen sind 2400 Euro der Glückstädter Gymnasiasten weg. Freitag laden sie zum „Bunten Abend“, um die Kasse wieder aufzufüllen.

Eigentlich wollten sie ihren Abiball in den Elbmarschenhallen feiern. Die Gymnasiasten leisteten eine Anzahlung von 2400 Euro. Doch das Geld ist laut Insolvenzverwalter Klaus Pannen wohl weg. Er wickelt zurzeit das Insolvenzverfahren ab. Jetzt haben die angehenden Abiturienten gleich zwei Probleme: Sie haben keinen Ort zum Feiern und sie müssen den Verlust von 2400 Euro ausgleichen. Deshalb veranstalten sie am morgigen Freitag, 9. Oktober, einen „Bunten Abend“ im Gymnasium. Sie hoffen, dass auch viele Erwachsene bei freiem Eintritt kommen und spenden.

So groß war der Abschlussjahrgang des Detlefsengymnasiums noch nie: Über 160 Schüler streben im kommenden Jahr das Abitur an. Grund dafür ist die Umstellung vom neunjährigen auf den achtjährigen Weg zur Hochschulreife. 2016 machen sowohl die letzten „G9er“ als auch die ersten „G8er“ ihr Abi. Entsprechend groß wird die Abiturfeier mit Eltern und Verwandten.

Neun weiteren Gymnasien wird die Möglichkeit geboten, ihr Fest in der Elbmarschhalle zu feiern. Denn die Frau des insolventen Betreibers Jürgen Wefer übernimmt die Feste mit ihrer eigenen Firma. Nur für die Glückstädter gibt es keinen Termin, sagt Jonathan Carl vom Abiball-Komitee des Detlefsengymnasiums. „Das liegt daran, dass zu dem Zeitpunkt dort eine Halle renoviert wird“ erklärt er. Der Veranstalter hätte sich bemüht, aber ohne Erfolg. „Wahrscheinlich werden wir in der Schule feiern müssen. Nur wir haben ein Problem.“ Im Mai hörte Jonathan Gerüchte über eine drohende Insolvenz und rief beim Veranstalter an. Dieser habe glaubhaft versichert, dass an an den Gerüchten nichts dran und alles in Ordnung sei. „Der Schock kam dann im August.“ Da kam der Insolvenzverwalter.

„Das macht die Feier zu einer Riesenherausforderung“, sagt Schülerin Kaja Warnke. „Wir müssen in vielerlei Hinsicht neu überlegen, was wir machen können.“ Ein besonders Problem stellen die Räume zum Feiern dar. Denn die Aula der Schule am Dänenkamp – eigentlich der traditionelle Ort für den großen Abschlussball – bietet nicht genug Platz für die Abiturienten und ihre Gäste. „Selbst wenn jeder nur seine Eltern mitbringt, sind wir über 500 Menschen. Und eigentlich möchte man ja auch noch mehr Verwandte und Freunde einladen“, sagt die 17-Jährige. Eine Alternative wäre der Anbau eines Zeltes. „Ob wir das Geld wiedersehen, ist unklar und vor allem auch wann“, sagt Kaja Warnke. „Wir bräuchten es jetzt, um etwas Neues zu buchen. In drei Jahren nützt es uns nichts mehr.“ Entmutigen lassen die Schüler sich aber nicht. Sie wollen mit eigenen Aktionen frisches Geld in die Abikasse bringen. Deshalb ist der „Bunte Abend“ morgen der Auftakt. „Was wir da an Programm auf die Beine gestellt haben, hätten wir selbst noch vor ein paar Wochen nicht gedacht“, sagt Svenja Gutzler, die sich gemeinsam mit Kaja Warnke und weiteren angehenden Abiturienten um die Organisation des Abends kümmert.

Der Name ist Programm: Von Linedance und Hiphop über Akrobatik und Cheerleading bis zum Poetry Slam wird eine abwechslungsreiche Bühnenshow geboten. Den Einstieg bildet ein Trailer, ein kurzer Film, der „ziemlich cool“ geworden ist, versprechen die Organisatorinnen. Kaja Warnke: „Mehr wird noch nicht verraten, aber was da insgesamt zusammengekommen ist, ist echt klasse.“

Das sie ihr Geld wiederbekommen, da macht Hamburger Insolvenzverwalter Klaus Pannen wenig Hoffnung. Er rät aber, die Forderungen geltend zu machen. Klaus Pannen weiß, dass alle zehn Gymnasien hohe Summen angezahlt haben. „Wir haben das Geld aber nicht vorgefunden“, sagt er zu dem Tag, an dem er den Betrieb als Insolvenzverwalter übernahm. Jetzt beginnt die Abwicklung.

>Beginn des „Bunten Abends“ ist um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr). Der Eintritt ist frei. Es wird aber um Spenden gebeten. Die Schüler verkaufen zusätzlich Essen und Getränke - der Erlös fließt in die Abikasse.

>Wer spenden möchte: Mathes Rausch, Anne Enkelmann, IBAN: DE32 2225 0020 0090 2976 80, Sparkasse Westholstein, Kto: 90297680
Stichwort: Abiball.


zur Startseite

von
erstellt am 08.Okt.2015 | 17:16 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen