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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 15:32 Uhr

Kreistag : Abfuhr für Hablik-Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vom Kreis gibt es kein Geld für das Wenzel-Hablik-Museum – dafür harsche Kritik.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Aus der Kreiskasse gibt es kein Geld für das Wenzel-Hablik-Museum. Mit Mehrheit lehnte der Kreistag den Antrag auf einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 10 000 Euro für die in finanzielle Schieflage geratene Kulturstätte ab. Vorausgegangen war ein zum Teil heftiger Schlagabtausch.

So vermisste FDP-Abgeordneter Tobias Rückerl ein klares Zukunftskonzept. „So ein bodenloses Fass können wir uns nicht leisten.“ Überhaupt hat Rückerl erhebliche Zweifel, ob das Museum tatsächlich die ihm zugeschriebene Leuchtturm-Funktion für die Stadt habe. Sein Fraktionschef Willi Göttsche ergänzte: „Für so ein Flickwerk gebe ich nicht auch noch Geld.“

CDU-Abgeordneter Dr. Volker Rehder wurde noch deutlicher: „Das Museum ist ein großer Missgriff und gänzlich misslungen“, urteilte er als selbsternannter „Kunstinteressierter“. Für Rehder wird mit dem Hablik-Museum „eine Persönlichkeit glorifiziert, die in einem germanischen Ehrengrab begraben und in brauner Zeit hochgeehrt wurde“. Rehder wörtlich: „Ich schäme mich für die hier praktizierte einseitige Darstellung.“

Während aus den Reihen von CDU und FDP eine klare Ablehnung kam, hatte das Museum aber auch Fürsprecher. Grünen-Abgeordnete Inken Carstensen-Herold verwahrte sich zunächst einmal dagegen, dass „hier etwas in die braune Ecke gestellt wird“. Mehrere Redner hoben die internationale Ausstrahlung des Hablik-Museums hervor. „Die künstlerische Bedeutung ist offenkundig“, meinte SPD-Sprecher Rainer Naudiet. Er sieht in der Unterhaltung der Einrichtung „eine gewisse Verpflichtung“. Sollte es politisch bedenklich sein, müsse „diese Person eben wissenschaftlich untersucht werden“. Sina Esselborn-Große (SPD) hingegen verwies darauf, dass der Kreis auch im Kulturbereich eine Ausgleichsfunktion habe. „Nach zwei Jahren kultureller Enthaltsamkeit können wir ja mal wieder etwas tun.“

Der von Rainer Naudiet und von Ilona Adamski (Piraten-Fraktion) gemachte Vorschlag, das Geld doch aus dem Vermögen der Kreisstiftung, die ja auch für kulturrelle Zwecke gedacht sei, zu nehmen, fand ebenso wenig eine Mehrheit wie der Antrag von Helmut Unger (Freie Wähler) doch wenigstens einmalig 2000 Euro zu spendieren. Hans Emil Lorenz (Wählerinitiative) lehnte ebenfalls ab: „Das Museum hat doch immer nur von wachsenden Zuschüssen gelebt.“

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