Ab April: Sonntags auf die Bismarck-Säule

'Wir sind fertig!' Vorsitzender Lars Bessel freut sich über die sanierte Bismarcksäule.
"Wir sind fertig!" Vorsitzender Lars Bessel freut sich über die sanierte Bismarcksäule.

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22. Februar 2011, 08:09 Uhr

Itzehoe | Düster sah es zwischenzeitlich aus für die Bismarcksäule - und auch für ihren Förderverein. Der stand kurz vor der Auflösung. Doch nun konnte sich Vorsitzender Lars Bessel in der Jahresversammlung zurücklehnen und vermelden: "Wir sind fertig." Das erste Vereinsziel sei erreicht, sagte Bessel unter dem Applaus der 15 Mitglieder: "Im April können wir die Säule für die Öffentlichkeit wieder eröffnen. Darauf habe ich jahrelang gewartet - dass ich das endlich mal sagen kann." Allerdings gab er auch zu: "Hätte ich vorher gewusst, wie zeit-, mühe- und nervraubend es teilweise war, hätte ich es mir noch einmal überlegt."

Die Restaurierungs-Arbeiten seien schon 2009 so gut wie fertig gewesen, es fehlten nur noch Kleinigkeiten. "Wir haben das 2010 komplett vollzogen, dank der finanziellen Förderung durch Land und Europäische Union", erklärte Bessel. Größte Aufgabe war die "Vernadelung" der Innensäulen. Drei der vier Säulen waren über mehrere Meter gerissen.

Nach Stabilisierung der Säulen, Einbau eines neuen Geländers und Erneuerung der Innentreppe wurde ein Dach aus Glas neu aufgesetzt. Ergebnis: "Es gibt viel Licht in der Säule." Auch der Anstrich wurde durch großzügige Firmenspenden möglich gemacht.

"Das Billigste bei anderen Säulen war 50mal teurer als das, was wir ausgegeben haben", freute sich Bessel. "Wir landen bei etwa 50000 Euro." Trotzdem ist nicht viel Geld in der Vereinskasse - zumal die Stadt ihren Zuschuss von 500 auf 400 Euro gekürzt hat. "Deshalb müssen wir noch Stufen verkaufen."

Er habe mit Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen gesprochen, erklärte der Vorsitzende. Gemeinsam machten sie sich Gedanken über einen Waldparkplatz. Der wurde vom Stadtförster frei geschnitten - nur der Boden müsse noch durch die Stadt eingeebnet werden, erläuterte Bessel.

Auch einige Bäume müssen noch weichen, um die gewünschte Fernsicht zumindest Richtung Naturpark Aukrug zu erreichen. Es werde aber nicht zu den befürchteten "Sichtschneisen" kommen, betonte Bessel.

Wenn die Säule ab April jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist, wird es auch einen mobilen Kiosk-Betrieb geben. Zwei Interessenten haben sich gemeldet, die den Kiosk betreiben wollen. Einer von ihnen werde den Zuschlag bekommen. Auch am Kiosk sollen die alten Zeiten wieder aufleben - mit Sinalco-Cola, Würstchen, Kaffee und Butter kuchen.

Das Stadtmanagement soll einen Schlüssel für die Säule bekommen, der unter der Woche an Gruppen ausgehändigt werden kann. Außerdem soll ein Koffer mit Flyern, Mitgliedsanträgen, Spendenbox und Infomaterialien ausgelegt werden.

Und: "Wir wollen mit Kultur klein anfangen." Lesungen könnten an der Säule ausgerichtet werden, Open-Air-Gottesdienste, Konzerte, Theater und Kleinkunst. Aber wegen der Brandgefahr: "Kein Feuer spucker im Hoch sommer!"

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