zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 19:45 Uhr

A 20-Initiative: Der Norden wird abgehängt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Grünen seien in der Realität angekommen. So lauteten Kommentare zu den Beschlüssen des Parteitages der Grünen am vergangenen Wochenende in Brunsbüttel. Hintergrund: Die Teilnehmer mussten zum Teil umständliche Anfahrten in die Schleusenstadt bewältigen. Die Volksinitiative zur A 20 greift die Verkehrsproblematik auf und spart nicht mit Kritik. Es sei offenkundig, dass die Grünen auch zukünftig die „Dagegen-Partei“ der „Verhinderer“ bleiben werden. Es werde kein Ja zur A 20 von den Grünen, mit welcher Trassenführung auch immer, geben, so Initiativen-Vorsitzender Rainer Bruns (Foto).

Und weiter: „Der Kieler Verkehrsminister unterstützt diesen Kurs im Vollzug: Mit der Begründung, aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes müssten für alle Planungsabschnitte Konsequenzen gezogen werden, wird nur versucht davon abzulenken, dass die Planung sich der Koalitionsvereinbarung anpassen soll.“

Weshalb, so Bruns, „konnten eigentlich für die Trassenabschnitte von der Landesgrenze bis Segeberg vier Planfeststellungsverfahren in zwei Jahren abgewickelt werden und weshalb braucht es für die neuen Abschnitte noch zusätzliche drei Jahre, obwohl bereits seit 2005 geplant wird?“ Er wirft zudem eine Frage nach dem Schutz bedrohter Artenauf: „Wenn überall Fleder- und Haselmäuse leben, weshalb waren sie in Segeberg besonders schützenswert? Wer hat eigentlich an der langen Nacht des NDR am Kalkberg an die Fledermäuse gedacht?“

Dies alles mache für die Volksinitiative, die nach eigenen Angaben bereits über 28 000 Unterschriften zum Weiterbau der A20 gesammelt hat, deutlich: „Die Bürger müssen der gegenwärtigen Mehrheit in Kiel Beine machen. Der Antrag der Volksinitiative an den Landtag hat mit den Beschlüssen von Brunsbüttel seine neue Rechtfertigung erfahren. Und es gibt ernsthafte Überlegungen daraus ein Volksbegehren zu starten.“

Bruns bezweifelt, dass die vor zwei Jahren von den Grünen ins Gespräch gebrachte Fährverbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven eine Alternative zur Autobahn sein könnte. „Wer das ernsthaft glaubt, hat nie rechnen gelernt: 155 000 Autos quälen sich jeden Tag durch den Elbtunnel – was sollen da ein oder zwei Fähren bewirken?“

Vorstandsmitglied Dietrich Austermann ergänzt: „Wenn die Grünen die Verkehrsströme jetzt neu bewerten wollen, haben sie die letzten 25 Jahre geschlafen: Seit 1990 wurden Trassenalternativen durchleuchtet, Korridore gegenübergestellt, der Ausbau der B 206 erwogen, bis es schließlich 2001 die Trassenfestlegung und 2005 die Linienbestimmung für den jetzt in Planung befindlichen Trassenverlauf gegeben hat.“ Fazit der Initiative: Der Norden wird wirtschaftlich abgehängt.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Mai.2014 | 10:49 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen