Region Itzehoe : Auf dem Weg zu 1500 neuen Wohnungen – Plan sogar übererfüllt

Avatar_shz von 22. August 2021, 12:15 Uhr

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Dägelings Bürgermeister Claus Wilke zusammen mit Greta Jöhnk vom Büro der Region Nord auf der Baustelle der neuen Seniorenwohnanlage. Auf etwa 7600 Quadratmetern entstehen in fünf Häusern 17 barrierearme Wohnungen und ein Büro für eine Vereinskümmerin.
Dägelings Bürgermeister Claus Wilke zusammen mit Greta Jöhnk vom Büro der Region Nord auf der Baustelle der neuen Seniorenwohnanlage. Auf etwa 7600 Quadratmetern entstehen in fünf Häusern 17 barrierearme Wohnungen und ein Büro für eine Vereinskümmerin.

Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist groß. Die Stadt und 17 Umlandgemeinden stimmen sich deshalb bei ihren Planungen erfolgreich miteinander ab.

Itzehoe | Es ist fast schon ein Mantra, das immer wieder bemüht wird: Itzehoe braucht mehr Wohnraum. Aber stimmt das wirklich und wie sehen das die Menschen, die hier leben? Um das in Erfahrung zu bringen, hat die „Region Itzehoe“, eine Stadt-Umland-Kooperation von Itzehoe und 17 umliegenden Gemeinden, Ende vergangenen Jahres eine große Online-Umfrage gestartet. „Wohnen in der Region Itzehoe – clever gemacht“ lautete der Titel. Für uns war das ein sehr gutes Ergebnis 218 Menschen haben daran teilgenommen. Das Ergebnis verwundert nicht wirklich: Gewünscht wird bezahlbarer Wohnraum, energieeffizientes Bauen und Wohnungsbau im Einklang mit der Natur. Kritisiert werden vor allem Verkehrslärm, fehlende oder mangelhafte Radwege, hohe Mieten und fehlender Parkraum – auch alles altbekannte Themen. „Für uns war das ein sehr gutes Ergebnis“, freut sich Greta Jöhnk vom Regionsbüro: "„Nun geht es weiter.“ Vorreiter-Region Innerhalb der Region hat man sich auf eine Pool-Lösung beim Wohnungsbau verständigt. Lediglich die Kontingente von Itzehoe (615) und Hohenlockstedt (200) bis 2030 sind festgeschrieben. Der Rest von 1500 benötigten Wohnungen bis 2030 verteilt sich flexibel auf die Regions-Kommunen. Eine landesweit einmalige Vorreiter-Lösung, der zumindest in Itzehoe intensive Diskussionen voraus gingen, denn in Itzehoe hatte man Angst, die Dörfer könnten der Stadt Wohnflächen „wegnehmen“. Dabei konnte Itzehoe mangels Flächen seine Bedürfnisse lange nicht decken. Flächen kaufen, B-Plan erstellen, Erschließung – das zieht sich halt. Inzwischen sieht das etwas anders aus. „Itzehoe ist mit dem Coriansberg und der Bebauung des Inefa-Geländes auf einem guten Weg“, findet Greta Jöhnk. Das Ziel, jährlich 125 neue Wohnungen zu schaffen, wurde 2019 mit 136 sogar übertroffen. „Das wird so weiter gehen. Wir kennen ja die Planungen“, verspricht sie für die kommenden Jahre. Die Gemeinden seien alle sehr aktiv. Dägeling beispielsweise baut zurzeit eine Seniorenwohnanlage mit 17 barrierearmen Wohnungen. „Flächen kaufen, B-Plan erstellen, Erschließung – das zieht sich halt“, erläutert die Expertin für Stadt- und Regionalentwicklung: „Es sieht alles sehr positiv aus.“ Flächenmanagement installiert Die Erschließung immer neuer Baugebiete und das damit verbundene Wachstum in die Außenbereiche geht auf Kosten der Natur – das wird inzwischen zunehmend kritisch gesehen. Deshalb beschreitet die Region auch alternative Wege, um auch Lückenbebauung, Innenverdichtung oder sogenannte Schrottimmobilien in Angriff nehmen zu können. Dafür wurde ein Flächenmanagement installiert, das bereits 92 Grundstück ins Visier genommen hat. Nicht nur ein Thema in der Stadt. Greta Jöhnk erklärt: „Das wird auch in den Ämtern angegangen.“ Dialogprozess geht weiter Mit der nachhaltigen, interkommunalen Wohnflächenentwicklung ist die Region Itzehoe eines der Leitprojekte in der Metropolregion Hamburg. Die Online-Umfrage war deshalb nur der Auftakt zu einem umfangreicheren Dialogprozess. Unter anderem ist Anfang kommenden Jahres beispielsweise eine öffentliche Veranstaltung mit dem Titel „Die Zukunft des Einfamilienhauses“ geplant. Vorgesehen ist, dabei verschiedene Projekte vorzustellen: Von Tiny-Häusern über Mehrgenerationenprojekte bis hin zu Co-Dörfern, einer Ansammlung von kleinen Häusern, deren Bewohner gewisse Gemeinschaftseinrichtungen vorhalten. „Was können Kommunen da für sich rausziehen, welche Bausteine passen für wen?“, schildert Jöhnk den Ansatz: „Was eine Gemeinde umsetzt liegt in deren Hand.“ ...

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