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Glückstadt : 900 000 Euro für „Soziale Stadt“

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Stadt Glückstadt stellt Antrag auf Fördermittel beim Innenministerium. Quartiersmanagerin nimmt im November ihre Arbeit auf

von
erstellt am 20.Okt.2015 | 05:00 Uhr

900 000 Euro an Fördergeldern beantragt die Stadt für das Projekt „Soziale Stadt“. Das haben die Politiker in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung beschlossen. Wie berichtet, soll der Stadtteil Glückstadt-Nord mit Hilfe von Fördergeldern und mit Ideen von Bürgern aufgewertet werden. „Wir wissen noch nicht, wieviel Geld bewilligt wird“, sagt Bauamtsleiter Lüder Busch. Er hofft auf die volle Summe. Das Geld komme dann vom Bund und vom Land, ein Drittel zahlt die Stadt. Angelegt ist das Projekt auf fünf Jahre. Start soll im kommenden Jahr sein.

Wobei für dieses Jahr schon feststeht: Ab November kommt eine Quartiersmanagerin, die ein Büro in Nord beziehen wird. Nähere Einzelheiten will die Stadt demnächst bekanntgeben, weil die Räume noch nicht feststehen. „Die Quartiersmanagerin wird sich am Sonntag, 8. November, der Öffentlichkeit vorstellen“, sagt Busch. Dieser Tag wurde wegen der Bürgermeisterwahl gewählt. „Geplant sind von ihr wöchentliche Sprechstunden vor Ort. Sie wird Ansprechpartnerin für die Bürger sein und Vorschläge sowie Kritik entgegennehmen.“ Und sie werde auch in absehbarer Zeit direkte Hilfe leisten können, weil ein Verfügungsfonds für kleinere Maßnahmen zur Verfügung gestellt werde. Ein Gremium von Vertretern aus Glückstadt-Nord würde dann über die Verteilung der Gelder entscheiden.

Der Stadtteil Nord wird nicht in Gänze zum Projekt. Ausgenommen sind das ehemalige Eisenbahnausbesserungswerk und die ehemalige Kasernenanlage. Als das Projekt angeschoben wurde, war noch nicht klar, dass dort eine Landesunterkunft entstehen würde. „Aber die Auswirkungen werden wir berücksichtigen“, sagt Busch

Zunächst einmal geht es zum Beispiel um Wohnen und Gewerbe in Glückstadt-Nord, um soziale Einrichtungen, Verkehr, Grünanlagen, Fahrradabstellplätze und Spielmöglichkeiten am Haus für die ganz Kleinen sowie Freizeitangebote für Jugendliche. Themen sind auch mögliche neue Geschäfte, denkbar sind unter anderem eine Arztpraxis und eine Apotheke.

Zurzeit ist für das Projekt „Soziale Stadt“ noch die Bestandsaufnahme – auch „Vorbereitende Untersuchungen“ genannt – in vollem Gange. „Dann muss jetzt im Herbst das Konzept erarbeitet werden, das ist im Gesetz vorgeschrieben“, erklärt Busch. Anschließend gehe dies Konzept durch die politischen Gremien, um beschlossen zu werden. Zudem werden dann nochmal die Bürger beteiligt in Form einer Veranstaltung. Anschließend muss das Innenministerium das Ganze absegnen.

Und das, so glaubt der Bauamtsleiter, wird nicht vor Herbst 2016 geschehen. Wenn überhaupt. Denn die Stadt wartet bereits seit einem halben Jahr in einer anderen Angelegenheit auf Antwort aus Kiel – zum Thema barrierefreien Umbau des Rathauses mit einem zukünftigen Fahrstuhl. „Wir sind zurzeit handlungsunfähig“, sagt Busch. „Wir wollen investieren, können aber nicht.“ Er weiß, dass es im Innenministerium personelle Engpässe gibt, deshalb wagt er auch keine Prognose für das Projekt „Soziale Stadt“. „Wir dürfen nicht mit den Maßnahmen anfangen, wenn sie nicht im Einzelnen genehmigt sind.“ Normalerweise würden solche Anträge nach zwei bis drei Monaten bearbeitet sein.

Dass so lange nichts passiert, können manche Bürger nicht verstehen, hat Busch die Erfahrung gemacht. „Das Problem ist die lange Vorbereitungszeit. Es liegt an den Vorschriften, die wir einhalten müssen.“ Er hofft, dass sich die Bürger weiterhin mit Ideen und Anregungen für den Stadtteil beteiligen.


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