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Unfall auf der B 431 : 90 dramatische Minuten für Unglücksfahrer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nachdem ein 48-Jähriger mit seinem Lastwagen in den Graben gefahren war, musste er anderthalb Stunden auf seine Rettung warten – das Führerhaus war total zerstört.

Dramatische Bergungsarbeiten nach einem Lkw-Unfall gestern Vormittag auf der B431 bei Neuendorf. Eineinhalb Stunden lang musste der im Führerhaus seines Zwölftonners eingeklemmte 48 Jahre alte Fahrer auf seine Rettung warten. Erst als ein Kran den Laster hochgehoben hatte, konnte der Mann aus seiner Lage befreit werden.

Der war zuvor mit seinem Laster auf dem Weg von Elmshorn nach Glückstadt in Höhe Dorfreihe 15 von der Fahrbahn abgekommen und in den linken etwa vier Meter tiefen Straßengraben gekracht. Der Lkw einer Hamburger Spedition verkeilte sich dabei mit dem Führerhaus so unglücklich in der Grabenböschung, dass die alarmierten Feuerwehren aus Neuendorf und Glückstadt den schwer verletzten Berufskraftfahrer aus Hamburg auf herkömmlichem Wege nicht retten konnten.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, beschrieb Glückstadts Wehrführer Ties Tießen die Situation. Zuvor war vergeblich versucht worden, den Laster unter Einsatz eines Fahrzeugs der Feuerwehr auf die Straße zurückzuziehen. Weil bei der Aktion ein Umkippen des Lkw nicht ausgeschlossen werden konnte, beschloss die Einsatzleitung das Eintreffen eines Kranwagens der Firma Kühl aus Elmshorn abzuwarten.

„Der Zustand des Fahrers ist laut Notarzt zurzeit stabil. Nur wenn sich daran etwas ändern sollte, kommt Plan B zum Einsatz“, sagte Tießen. Bei Plan B hätten sich die Retter durch den Laderaum über die Rückwand des Führerhauses Zugang zum Verunglückten verschafft. Inzwischen war auch der angeforderte Rettungshubschrauber aus Hamburg am Rande der B  431 gelandet. Ein Notfall–Sanitäter war zu dem Verletzten ins Führerhaus geklettert. Dann begann die 90-minütige Bergung.

Schließlich hing der Lkw am Haken und konnte vorsichtig auf die Bundesstraße 431 gehoben werden. Nach hinten vor dem Zurückrutschen in den Graben gesichert, begannen Feuerwehrleute dann damit, das völlig deformierte Führerhaus mit Hilfe von Rettungsschere, Spreizer sowie hydraulischen Stempeln wieder auseinanderzudrücken. Kurz vor 14 Uhr konnte der Verunglückte dann endlich aus dem Führerhaus gehoben und dem Rettungsdienst zur Erstversorgung übergeben werden.

Abseits des Geschehens stand Birgit Falkenberg. Sichtlich geschockt war die Rentnerin Zeugin des Unfalls. „Ich führte gerade meine Hunde Gassi, als es plötzlich ganz fürchterlich kreischte und der schnell fahrende Lastwagen nur wenige Meter von mir entfernt in den Graben raste“, erzählte die Neuendorferin. Sie sei dann zum nächsten Bauernhof gelaufen und habe den Notruf gewählt. Als sie zurückkam, kümmerten sich bereits andere Autofahrer um den Verletzten.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der 48-Jährige mit seinem Lastwagen aus noch ungeklärter Ursache zunächst rechtsseitig auf die Bankette geraten und dann vermutlich beim Versuch des Gegenlenkens nach links von der Fahrbahn abgekommen und im Graben stehen geblieben. Die Bundesstraße war bis in den Nachmittag wegen der Bergungsarbeiten und der Unfallaufnahme komplett gesperrt. Angaben über die Schadenshöhe machte die Polizei gestern nicht. Der schwer verletzte Lkw-Fahrer wurde mit dem Hubschrauber in eine Hamburger Klinik geflogen.

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