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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 11:15 Uhr

Wilster feiert: : 850 Jahre Kirchengeschichte

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Vorgängerin der Bartholomäus-Kirche wird 1164 erstmals urkundlich erwähnt. Kirchenrat lädt zu Festgottesdienst und Vortrag ein.

von
erstellt am 15.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Die Meinungen gehen zwar etwas auseinander, aber die Chronik und auch die Ausgabe der Wilsterschen Zeitung vom 11. April 1964 nennen übereinstimmend das Jahr 1164, in dem erstmals eine Kirche in Wilster erwähnt wurde. Damit gibt es seit 850 Jahren ein Gotteshaus in der Marschenstadt. Das Kirchenjubiläum will die Kirchengemeinde Wilster am Sonntag, 25. Mai, um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der St. Bartholomäus-Kirche feiern, der im Rahmen einer Visitation der Pröpste stattfindet. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von der Kantorei, dem Bachchor, dem Gospelchor sowie Gustav Hintz am Saxophon und Kantor Hartwig Barte-Hanssen an der Orgel. „Im Anschluss laden wir zu einem Empfang unter der Empore“, so Kirchenratsvorsitzende Pastorin Telse Möller-Göttsche im gemeinsamen Pressegespräch mit Ulrike Dittmann, stellvertretende Kirchenratsvorsitzende, und Pastor Volker Höppner. Sie hoffen, dazu viele Besucher begrüßen zu können. Ebenso wie zu dem Vortrag über das Kirchengebäude, den Helmut Schwingel bereits am Freitag, 23. Mai, um 18 Uhr in der Kirche halten wird. Dabei wird er auch Bilder aus der kirchlichen Geschichte in Wilster präsentieren.

Die begann mit einer Kirche im gotischen Stil, erstmals 1164 urkundlich erwähnt. Das Heidentum war bis ins 12. Jahrhundert im Land verbreitet, die Zeit der Kirchengründungen begann erst in der zweiten Hälfte des besagten Jahrhunderts. Die Gründung der Kirche in Wilster war damit eine der ersten im Kreis Steinburg. Danach begann die Blütezeit des kirchlichen Lebens in der Region, katholisch geprägt – bis zur Reformation. Bereits im Jahr 1523 ist von dem ersten lutherischen Geistlichen in Wilster die Rede, der sich allerdings nicht gegen die konservativen Bauern und die katholischen Würdenträger habe durchsetzen können. Auch sein Nachfolger Johann Sina wurde wegn seiner lutherischen Gesinnung 1526 aus Wilster verjagt. Erst mit seinem Nachfolger Joachim Francke (1526 - 1531) wurde die Reformation in Wilster eingeführt. Die alte Kirche wurde nach ein paar Jahrhunderten baufällig, 1775 wurde ein Neubau in Erwägung gezogen – nach langjährigem Streit, da es schwierig war, dafür die Mittel aufzubringen. Ausschlaggebend soll letztendlich das Gutachten des Hamburger Baumeisters Sonnin gewesen sein. Nicht nur der bauliche Zustand wurde von Sonnin als marode moniert, auch sei die Kirche zu klein. Damals kamen regelmäßig über 2000 Personen in den Gottesdienst, in der damaligen Kirche gab es lediglich 1300 Plätze.

Die heutige St. Bartholomäus-Kirche wurde dann in den Jahren 1775 bis 1780 von Sonnin erbaut. Der Turm der alten Kirche wurde in den Neubau integriert und in einem ausgeklügelten Verfahren um vier Meter auf 52 Meter angehoben.
Das Innere der spätbarocken Predigt-Kirche besticht durch die Schlichtheit und Helligkeit. Ursprünglich hatte die St. Bartholomäus-Kirche ungefähr 2000 Sitzplätze. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus durch einen Bombenangriff erheblich zerstört. Nach der Wiederherstellung sind noch etwa 1200 Sitzplätze vorhanden.


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