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Erneuerbare Energie : 80 Millionen Euro für Windpark

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Freitag beginnen nach siebenjähriger Planung die Bauarbeiten in Rethwisch / 16 Anlagen werden bis Dezember errichtet

Planungen und Genehmigungsverfahren haben sieben Jahre gedauert – jetzt wird endlich gebaut. Freitag beginnen die Arbeiten für den Windpark Rethwisch, der parallel zur Dorfstraße auf Wiesen- und Moorflächen errichtet wird. Die Baugenehmigung für das 80 Millionen Euro teure Projekt wurde erst am 30. Mai erteilt.

„Das Projekt hatte seine Höhen und Tiefen, es wurde schon tot gesagt und kommt jetzt doch noch zustande“, erklärte Morton Holpert von Holcim währendeiner Informationsveranstaltung für die Einwohner aus Rethwisch.

Bauherren sind die Betreibergesellschaften Windpark Rethwisch und Windpark Rethwisch II. Geschäftsführer beider Firmen ist Hans-Helmut Kutzeer. Gesellschafter sind die mdp GmbH aus Oldenburg sowie der benachbarte Baustoffproduzent Holcim. Die Firma Vestas, einer der weltweit führenden Anbieter von Windenergieanlagen, wird als Generalunternehmer den Bau und die schlüsselfertige Übergabe verantworten. Auch die Instandhaltung in den folgenden Jahren wird Vestas im Rahmen eines Vollwartungsvertrages übernehmen. Vor Ort wird Kai-Uwe Bornemann als Vestas-Projektleiter in den kommenden Monaten die zentrale Ansprechperson für alle Fragen rund um diese Baustelle sein.

Ihr Projekt und den Zeitplan stellten Bauherren und Generalunternehmer jetzt den Einwohnern vor. Bürgermeister Michael Nagel: „Wichtig ist uns die Beteiligung der Bürger an den Planungen“, und er stellte in Aussicht: „Wir erhalten Pacht in der Größenordnung eines fünfstelligen Betrages und haben die Aussicht auf Anteile aus dem Ertrag in einer sechsstelligen Summe.“

Die Zielvorgaben des Projektes sind anspruchsvoll: Bis zum Jahresende 2016 sollen 16 leistungsstarke und moderne Windkraftanlagen errichtet und termingerecht ans Netz angeschlossen sein. Ab 1. Juli beginnen die Bauarbeiten - parallel an zwei Stellen gleichzeitig mit dem Kabel- und Wegebau zur Erschließung des weitläufigen Geländes. Es folgt die Tiefengründung mit Rammgeräten und bereits ab Ende Juli sollen die Anlagenfundamente in Betonbauweise erstellt werden. Im September werden dann die ersten Windkraftanlagen per Schwertransporter angeliefert. Mitte Oktober ist die Errichtung geplant – ebenfalls in paralleler Arbeit mit voraussichtlich zwei Großkränen im Einsatz. Bis Ende Dezember soll dann alles stehen und funktionieren. „Der Zeitplan ist eine Herausforderung, aber mit einem erfahrenen und qualifizierten Team werden wir den Bauprozess pünktlich abschließen. Wichtig ist uns hier mit lokalen Baufirmen aus dem Norden zusammenzuarbeiten, die einerseits das erforderliche Knowhow haben und andererseits eine lokale Wertschöpfung ermöglichen”, betonte Bauingenieur Kai-Uwe Bornemann von Vestas.

Jede Anlage vom Typ Vestas V112-3.3 mit einer Spitzenhöhe von knapp 200 Metern hat eine installierte Leistung von 3,3 Megawatt – dies führt zu einer Gesamtkapazität des Windparkes von 53 Megawatt. Die prognostizierte Strommenge beträgt 142 Millionen Kilowattstunden. Der erzeugte Strom wird über das eigenes errichtete Umspannwerk in Lägerdorf zuerst einmal in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist. Die Finanzierung des 80 Millionen-Euro Projektes erfolgt über ein Konsortium aus Bremer Landesbank und Investitionsbank Schleswig-Holstein. „Mit dem Windpark leisten wir als energieintensiver Baustoffproduzent einen direkten und wichtigen Beitrag zur zukunftssicheren und umweltschonenden Energieversorgung“, erklärte so Karsten Becker (Holcim). Die perspektivische Eigennutzung der erzeugten Windenergie werde einen nachhaltigen Beitrag zur Standortsicherung unseres Zementwerkes liefern. „Mensch, Natur und industrielle Windenergie werden gut nebeneinander existieren können.”




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erstellt am 29.Jun.2016 | 12:48 Uhr

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