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HVV-Beitritt : 80 000 Euro als deutliches Zeichen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kellinghusens Politik setzt ein Signal für den Kreis Steinburg: 80 000 Euro will die Stadt für einen HVV-Beitritt beisteuern.

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erstellt am 04.Dez.2015 | 17:44 Uhr

„Wir müssen ran an Hamburg“ – BFK-Fraktionschef Marcus Wack formuliert, was mittlerweile auch im Kreis erkannt wird. „Wer nicht mehr Ab- als Zuwanderung haben und nicht überaltern will, muss näher an die Metropole rücken.“ Ein Weg dorthin ist nach Meinung der örtlichen Politiker der Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund. „In der Frage des HVV-Beitritts ist auf Kreisebene Bewegung drin“, sagt Bürgervorsteher Malte Wicke (BFK). Mit der Bereitstellung von 80  000 Euro positioniert sich die Störstadt jetzt deutlich auf der Seite der Befürworter.

„Wir wollen ein Signal für den ganzen Kreis setzen“, sagt Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) mit Blick auf die Entwicklung von Wirtschaft und Einwohnerzahlen. Wicke unterstreicht den hohen symbolischen Charakter eines Haltepunkts im HVV-Bereich. Mit einer Haltstelle auf dem HVV-Plan werde das Gefühl der Zugehörigkeit zur Metropolregion deutlich gestärkt. Im Schulterschluss demonstrieren die Fraktionschefs von BFK, CDU, FDP, KeLi und SPD den parteiübergreifenden Willen zum HVV-Beitritt.

Die im Finanzgremium beschlossen Mittel von 80  000 Euro (rund zehn Euro pro Einwohner) stehen abrufbereit im Haushalt. Denn zum Nulltarif ist eine HVV-Mitgliedschaft des Kreises oder einzelner Kreiskommunen nicht zu haben. Geschätzte Mindereinnahmen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro müssen kompensiert werden. Diese Diskussionen um einen Kostenbeitrag gehen derzeit durch alle Kreiskommunen. Der Kreis selbst hat zur Mitfinanzierung 400  000 Euro in Aussicht gestellt. In der Störstadt setzen sich Politik und Bürgerschaft seit vielen Jahren für den HVV-Anschluss ein.

Derzeit endet das HVV-Gebiet fünf Fahrminuten vor dem Bahnstopp in Wrist. Reinhard Rübner (SPD) wertet die Bereitstellung der Mittel deshalb auch als Zeichen für Bürger und Zuziehende. Im HVV-Verbund stünden Pendlern Angebote offen, die sie jetzt nicht nutzen könnten. Horst Gabriel (FDP) verweist auf Firmenansiedlungen und Personalbeschaffung. Im HVV-Verbund gelinge dies einfacher, abzulesen an der positiven Wirkung auf Horst als einzige HVV-Gemeinde im Kreis. Simon Schlüter (CDU) sieht die Attraktivität der Schiene deutlich gestärkt und geht mit seinem Vorschlag, den Beitritt durch eine Erhöhung der Kreisumlage um einen Prozentpunkt zu finanzieren, noch einen Schritt weiter. Bürgermeister Pietsch unterstreicht: Auch der Bahnanschluss Kellinghusen werde weiterhin mit Nachdruck verfolgt. „Ich hoffe das Wirtschaftsminister Meyer sich wie versprochen im Januar meldet.“ Zu dem Zeitpunkt sei die Abstimmung über die Verteilung der Regionalisierungsmittel zwischen Bund und Ländern beendet.

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