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Nächstenhilfe : 735 Mal Weihnachtsfreude im Karton

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Münsterdorferin Kerstin Mevert bringt Pakete der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ auf den Weg

Die Garage von Familie Mevert aus Münsterdorf ist voll. Bis unter die Decke stapeln sich große Umzugskartons. „Genau 72 Stück“, sagt Kerstin Mevert und sie muss es wissen. Schließlich hat die Münsterdorferin sie in den vergangenen Tagen alle selbst gepackt – wie jedes Jahr im November. Der Inhalt: Weihnachtsgeschenke für bedürftige Kinder in Osteuropa, insgesamt 735 Stück.

Seit elf Jahren dient das Einfamilienhaus an der Sandkuhle als Sammelstelle für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Mevert hat die Aktion im Kreis Steinburg etabliert. „Die Idee kam am siebten Geburtstag meins Sohnes. Wir waren im Kino in Elmshorn und da lief ein Werbespot für das Projekt.“ Kerstin Mevert wollte ihren beiden Töchtern und ihrem Sohn durch die Aktion auch zeigen, dass es anderen Kindern nicht so gut geht.

Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Zeiten, da habe sie überlegt die Organisation der Sammlung an den Nagel zu hängen. Aber es gibt immer wieder Momente, die sie aufbauen. „Es gibt eine Spenderin aus Glückstadt, die wollte übers Jahr verteilt fünf Pakete packen, daraus wurden letztlich 100“, berichtet Mevert beeindruckt. „Das sind die Erlebnisse, die einen ermutigen weiterzumachen.“ Zumal die Spenderin für die Pakete Quittungen einreichte im Wert von mehr als 1600 Euro. „Dafür können wir dann eine Spendenquittung ausstellen“, erklärt die Mevert.

Vom 1. Oktober bis zum 15. November konnten bunte Pakete abgegeben werden. Danach beginnt für Kerstin Mevert die eigentliche Arbeit. In den vergangenen Tagen hat sie alle Pakete durchgesehen – und aussortiert, was dort nicht hineingehört. Der Klassiker ist der Schokoladenweihnachtsmann. „Der könnte auf dem Weg kaputtgehen. Und nichts ist für ein Kind schlimmer, als wenn es nur Schokoladenkrümmel auspackt“, erklärt die Münsterdorferin. Als Ersatz kommt eine Tafel Schokolade hinein, die aussortierten Naschies gingen an die Itzehoer Tafel. Andere Sachen, die nicht verschickt werden dürfen, wurden zum Sozialkaufhaus gebracht. „So kommt nichts weg, alles kommt bedürftigen Menschen zu.“

Donnerstagvormittag kam der Fahrer, der die Pakete zur deutschlandweiten Sammelstelle nach Berlin bringt. Von dort werden die „Geschenke der Hoffnung“, so heißt der Verein, der die 1996 ins Leben gerufene Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ betreut. Inzwischen sind mehr als sechs Millionen Pakete aus dem deutschsprachigen Raum gepackt worden. Damit die Transportkosten für den Verein niedrig, werden Spender um einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von sechs Euro gebeten. Die Pharmafirma Pohl-Boskamp aus Hohenlockstedt hat in diesem Jahr den Versand für 225 Pakete übernommen und die entsprechende Summe gespendet.

Selbst war Kerstin Mevert noch nicht dabei, wenn die Geschenke in Ländern wie Bulgarien, Georgien, Rumänien oder Weißrussland verteilt werden. „Aber für das nächste Jahr habe ich mich beworben mitzufahren.“ Das dürfte dann wieder eines dieser Erlebnisse sein, die einen ermutigen weiterzumachen – auch, wenn Kerstin Mevert noch lange nicht ans Aufhören denkt.

>Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.weihnachten-im-schuhkarton.org

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erstellt am 29.Nov.2014 | 16:08 Uhr

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