73 Jahre: Die Geschichte der Großwäscherei

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14. September 2010, 03:59 Uhr

Glückstadt | Dr. Fritz Benirschke gründete die Wäscherei "Die Glückstädter" am 23. Februar 1937 am Proviantgraben - dort, wo heute das DRK-Seniorenzentrum steht. Er starb 1944, seine Ehefrau Marie Benirschke führte den Betrieb weiter. 1946 wurde das erste Krankenhaus als Kunde gewonnen. 1948 stieg Schwiegersohn Dr. Kurt Nölke - vorerst - als Teilhaber ein, er hatte Ilse Benirschke geheiratet.

Dr. Kurt Nölke und seine Frau Ilse entwickelten das Unternehmen gemeinsam weiter. 1963 übernahm das Unternehmer-Ehepaar die Färberei Heinen in Itzehoe. Die Aufträge wurden mehr, neben Krankenhäusern wurde auch die Bundeswehr Kunde. Bald war die Glückstädter Wäscherei auch über die Landesgrenzen Schleswig-Holsteins hinaus bekannt. Und im Jahr 1974 bauten die Nölkes aus.

1981 trat der jüngste Sohn, Jochen Nölke, in die Firma ein. Der Betrieb vergrößerte sich so, dass die Firma in den 80-er Jahren vom Proviantgraben an die Stadtstraße umzog. Auf dem Gelände, auf dem Schickedanz (Vereinigte Papierwerke) bis 1982 sein Werk hatte, wurde neu gebaut. Schickedanz hatte nach einem Brand den Standort aufgegeben. Das Unternehmen Nölke wurde sukzessive ausgebaut. 1987 eröffneten die Inhaber die Sparten Krankenhaus-Textilversorgung und Industrie-Mietwäsche. Expandiert wurde noch einmal 1993, als sich die Grenzen zu den neuen Bundesländern geöffnet hatten.

In der Blütezeit des Betriebs, 1996, hatte das Unternehmen Nölke rund 800 Mitarbeiter. Im selben Jahr kam aus Dänemark von Sophus-Berendsen aus Kopenhagen das Angebot, die Glückstädter Großwäscherei aufzukaufen. Im Juli 1996 bekamen die Mitarbeiter der Wäscherei Post. Der Brief fing mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe an: "Es schadet nicht, wenn Starke sich verstärken."

2002 wurde der dänische Konzern nach England an die Davis Service Group verkauft - und damit hatten auch die Glückstädter Arbeitnehmer einen neuen Arbeitgeber. Nur drei Jahre später wurden bereits 170 Arbeitnehmer entlassen. Im September 2010 werden nun noch einmal 120 Frauen und Männer arbeitslos. Die Großwäscherei steht jetzt, 73 Jahre nach ihrer Gründung, vor dem Ende.

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