Feuerwehr-Fitness-Abzeichen : 66 Meter mit dem 87-Kilo-Dummy

Lebensechte 87 Kilogramm wiegt der Dummy, da ist bei Jörg Sühl Kraft und ein gleichmäßiger Schritt erforderlich.
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Lebensechte 87 Kilogramm wiegt der Dummy, da ist bei Jörg Sühl Kraft und ein gleichmäßiger Schritt erforderlich.

Kameraden halten sich in Form für den Einsatz und trainieren regelmäßig für das Feuerwehr-Fitness-Abzeichen

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26. März 2017, 08:07 Uhr

Vor sieben Jahren wurde das Deutsche Feuerwehr-Fitness-Abzeichen unter Federführung der Deutschen Feuerwehr-Sportföderation initiiert. Das Fitness-Abzeichen ist ähnlich wie das Deutsche Sportabzeichen aufgebaut, allerdings sind die einzelnen Disziplinen den Tätigkeiten im Einsatz angepasst. „Wir unterscheiden Koordination, Kraft und Ausdauer, wobei im Winterhalbjahr das Training in der Halle absolviert wird“, erklärt Michael Fares. Der Brandschutzausbilder im Kernkraftwerk Brokdorf nimmt die Zeiten für die Qualifizierung der einzelnen Abzeichen, während die Übungsleiter Jörg Sühl und Lena Thumann zum Beispiel im Parcours Anleitungen geben. Um abnahmeberechtigt zu sein, musste Fares an der Sportuniversität Kiel einen Tages-Lehrgang machen. „Das war anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht“, erzählt der 52-Jährige Glückstädter.

Der Feuerwehrsport am Dienstagabend in der Sporthalle Brokdorf wird schon länger von den Feuerwehren im Amt veranstaltet. Bei „Fit for Firefighting“ halten sich die Feuerwehrleute körperlichin Form, um die Strapazen im Einsatz bewältigen zu können. Gerade für Atemschutzträger eine gute Sache. „Wir wollen mit der Abnahme des Abzeichens unsere Kameraden motivieren“, sagt Fares. Das Training wird im wöchentlichen Wechsel mit den normalen Sportstunden abgehalten, wobei sich die Übungen für die einzelnen Disziplinen wiederholen und die Teilnehmer ihre Zeiten immer nachbessern können. „Wer heute die Zeiten für Silber schafft, ist eventuell nächste Woche nicht so stark, beim folgenden Training holt er aber Goldzeiten“, erläutert Jörg Sühl. Die Übungen sind für Frauen und Männer gleich, die Zeitanforderungen hängen vom Alter ab. „Da gibt es Listen, nach denen wir uns richten.“

Der Parcours beginnt mit einem Slalomlauf, dann muss über einen Kasten geflankt und nach zwei Bodenrollen durch einen Tunnel gekrochen werden. Nachdem erneut die Slalomstrecke durchlaufen ist, balanciert der Sportler über den schmalen Holm einer Bank, wobei einige Aufgaben zu erfüllen sind. Endspurt ist ein Transport von Medizinbällen auf unterschiedlichen Distanzen. Das erfordert nicht nur Kondition, sondern auch Konzentration. Ebenso das Dummy-Ziehen über eine Strecke von 66 Metern, alternativ können auch 99 Meter auf der Endlosleiter absolviert werden. Die 87 Kilogramm schwere Puppe wird rückwärts mit beiden Händen gezogen. Das erfordert Kraft und einen gleichmäßigen Schritt. „Das geht in die Beine“, wissen alle Teilnehmer – und darum wird der Aktive auch von seinen Sportkollegen angefeuert. „Mitmachen können alle, ein Quereinstieg ist jederzeit möglich“, sagt Michael Fares und hofft, dass noch mehr Kameraden zum Training kommen. Für weitere Informationen stehen Jörg Sühl und Lena Thumann jeden Dienstag ab 19.30 Uhr in der Sporthalle zur Verfügung. Zur Belohnung gibt es in einem feierlichen Rahmen am Ende des Jahres Urkunden und Bandschnallen.

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