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Norddeutsche Rundschau

20. September 2017 | 22:10 Uhr

Jahrzehnte dabei : 62 Liter Blut gespendet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erck Kahlke geht regelmäßig zum Aderlass beim Roten Kreuz – und wird für 125 Spenden geehrt.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 07:30 Uhr

Mehr als 40 Jahre lang hat Erck Kahlke (66) „auf dem Bock“ gesessen. Als internationaler Lkw-Fahrer ist er weit herumgekommen. „Ich war in Osteuropa, in Frankreich, ganz Deutschland und den Benelux-Länder unterwegs“, erzählt der Klever. Er war Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr in Nordfriesland und als Sanitäter im Rettungsdienst auch im Roten Kreuz aktiv. „Ich habe immer gerne Menschen geholfen, auch in der Nachbarschaft, und bin Organspender. Da ist es für mich Ehrensache, auch zum Blutspenden zu gehen“, sagt er.

Das tat er nicht nur einmal, sondern 125 Mal. Während der Hauptversammlung des Deutschen Roten Kreuzes Itzehoe wurde die Leistung von Erck Kahlke von Kreisbereitschaftsleiter Frank Eickhoff gewürdigt. Er rechnete aus: „Sie haben bis heute 62 Liter Blut gespendet – eine beeindruckende Menge.“

Zur 25., 50., 75. und 100. Blutspende erhielt Erck Kahlke jeweils eine Urkunde. Inzwischen ist er auch Besitzer einen goldenen Blutspender-Ausweises – mit der Aufschrift „100+“ darauf. Den trägt er gemeinsam mit seinem Organsspendeausweis und einem Nachweisheft mit Stempeln in seinem Portemonnaie.

Erck Kahlke ist 1968 zur Bundeswehr nach Nordoe gekommen, nachdem er bereits in Hamburg und Neumünster stationiert war, und im Kreis Steinburg geblieben. Lange hat er dann in Münsterdorf gelebt, bevor er mit seiner jetzigen Frau nach Kleve gezogen ist. „Blut gespendet habe ich immer regelmäßig, vor allem, nachdem ich aus dem Fernverkehr heraus war, etwa seit den 80er Jahren“, erzählt er. Auch jetzt als Rentner nimmt er weiterhin vier Mal im Jahr den Spendetermin wahr, lässt sich in Itzehoe im Regionalen Berufsbildungszentrum jedes Mal 500 Milliliter abzapfen. Sobald dort festgestellt wird, dass gesundheitlich bei ihm alles in Ordnung ist, geht es auch schon los. „In fünf Minuten ist alles erledigt. Dann muss ich mich noch zehn Minuten ausruhen. Es gibt einen Imbiss, und ich gehe nach Hause. Das ist ein Aufwand von 20 Minuten.“ Schlecht gegangen ist es ihm dabei nie. „Nach der Blutspende habe ich mich bislang immer gut gefühlt.“

Der Rentner arbeitet noch nebenher in einem Minijob als Hausmeister bei einem Steuerberater in Itzehoe. „Als Ausgleichssport betreue ich die Gartenanlagen, führe kleine Reparaturen durch, zwei Mal in der Woche, je nachdem, was anfällt“, schilderte er.

Die Sitzung beim DRK, bei der er geehrt wurde, fand er „interessant“, vor allem durch die Berichte über die Einsätze der DRK-Kräfte nach der Explosion des Hauses in der Schützenstraße. „Das habe ich an diesem Tag selbst aus der Entfernung miterlebt“, sagt er. Ein Bekannter seiner Frau sei dabei gestorben.

Vorfälle wie diese animieren ihn dazu, weiterhin zum Blutspenden zu gehen. „Bis 68 darf ich noch“, sagt er. „Wenn es mir gesundheitlich gut geht, werde ich das auch durchhalten.“

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