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Charity-Tour : 6000 Kilometer durch die USA geradelt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hennstedter war drei Monate quer durch die Vereinigten Staaten unterwegs /Zwei Vorträge über die Reise geplant

An der Willkommens-Kaffeetafel im heimischen Garten ließ Thomas Jürs sich ganz munter in den Arm nehmen. Doch schon kurze Zeit später forderten Jetlag und Reisestrapazen ihren Tribut. Die Sonne schien noch auf die „Stars and Stripes“ -Flagge und das liebevoll gemalte „Gosh, you are back“- Begrüßungsbanner, da lag er bereits in tiefem Schlummer.

Rund zwölf Stunden zuvor war der Hennstedter in San Francisco in den Flieger geklettert. In der Pazifik-Metropole endete seine dreimonatige USA-Reise. Die meiste Zeit davon klebte Jürs auf dem Fahrradsattel. Rund 6000 Kilometer strampelte er von Ost nach West quer über den Kontinent. Stationen wie Memphis, Oklahoma City, Amarillo und Flagstaff setzten schon die Stones mit ihrem Song „Route 66“ ein Denkmal. Auch den passionierten Radler Jürs faszinierte die Strecke. Jahrelang studierte er Blogs von USA-Radreisenden. Nach einer Tour in die Baltischen Staaten war es soweit: Der Student an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und gelernte Krankenpfleger pumpte die Pneus auf. Er wollte sehen, „was die Amis auf der anderen Seite des großen Teichs so machen.“ Mit wenigen Dollars, viel Begeisterung und noch mehr Neugier stürzte er sich in sein Amerika-Abenteuer.

Ganz dick unterstreicht er am Ende zahlreiche Begegnungen sehr herzlicher Art. Als oft bestaunter Pedaltreter und kommunikativer Couchsurfer kam er mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch. Jürs lernte die Amerikaner als weltoffene, freundliche Gastgeber und rücksichtvolle Verkehrsteilnehmer kennen. „Alle waren unglaublich hilfsbereit und interessiert“, erklärt er. Autolenker boten immer wieder an, ihn und sein Velo ein Stück mitzunehmen, oder standen ihm in brenzliger Situation hilfreich zur Seite. Als fleißiger Blogger (europish.eu) dokumentierte der Radler zudem die skurrile Liebe der Amerikaner zum VW-Käfer – Exemplare aus den 60er Jahren sind dort noch im Highway-Einsatz.

Seine Erkundung der „Neuen Welt“ wollte der Hennstedter eigentlich ab New York City beginnen. Die Februarkälte trieb ihn jedoch in die Südstaaten. Nach dem verheißungsvollen Siedler- und Goldsuchermotto „Go West“ folgte er von dort aus den Spuren der einstigen Trecks. Trat die Pedale bei Wind und Wetter, durchquerte mächtige Wälder, weite Prärien und natürlich kleine Gemeinden und große Städte - wovon er einzig den Moloch Los Angeles nicht wieder ansteuern würde. Wett gemacht wurde die negative Erfahrung auf der Küstenstrecke zum Endpunkt San Francisco. Die anstrengende USA-Radfahrt nutzte Jürs auch als Charity-Tour. Über seinen Blog bat er um Spenden für das San Francisco LGBT Community Center. Die Einrichtung kümmert sich um 400 der insgesamt rund 1500 obdachlosen Kinder mit schwul-lesbischen-transgender-Hintergrund in der Stadt, die von ihren Eltern aufgrund ihrer sexuellen Orientierung einfach vor die Tür gesetzt wurden. „In Deutschland wäre das nicht möglich“, sagt Jürs. Mit den Spenden will er die Arbeit des Centers unterstützen und auf diese Weise dazu beitragen, die USA und die Welt für alle Menschen ein wenig friedlicher zu machen. Vorträge über seine USA-Fahrradreise hält Thomas Jürs am Freitag, 20. Mai um 19 Uhr im Dörpshus in Hennstedt und am Donnerstag, 26. Mai um 19 Uhr in der „Pumpe“ in Kiel.


> Spenden unter dem Stichwort: Spende LGBT Kinder, bei der Sparda Bank Hamburg, IBAN: DE68 2069 0500 8008 0099 88.

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