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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 15:08 Uhr

600 Zuschauer beim Dithmarscher Derby

vom

Fußball-SH-Liga: Heider SV und Tura Meldorf trennen sich am Ende mit 1:1 - Ladendorf gleicht elf Minuten vor Schluss für Heide aus

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

heide | Das war ein hartes Stück Arbeit. Der Turn- und Rasensportverein (TuRa) Meldorf entführt im Abstiegskampf der Schleswig-Holstein-Liga ein 1:1 (1:0) aus Heide. Eigentlich zu wenig, um im Tabellenkeller Boden gut zu machen. Doch mit diesem Zähler waren hinterher fast alle Turaner zufrieden. Etwas mehr als 600 Zuschauer erlebten ein echtes Kampfspiel mit wenigen spielerischen Glanzpunkten, dafür aber einigen Emotionen. Und dem letztjährigen Verbandsliga-Vizemeister als moralischem Sieger.

Gerade mal elf Minuten trennten die Domstädter vom Erfolg. Dann plötzlich blies der HSV, dem man nach gut einer Stunde den Kräfteverschleiß der jüngsten Zeit deutlich anmerken konnte, zur Gegenattacke. Zweimal kurz aufeinander hob Sältz von der rechten Seite Eckbälle in den Strafraum. Erst köpfte der kaum in Erscheinung getretene Steffen Holm an den Innenpfosten. Nur Sekunden später vollendete André Ladendorf den nächsten Eckstoß per Kopf unhaltbar für den ansonsten kaum bezwingbaren Markus Pycha zum 1:1. Dabei hätte den Meldorfern die Kopfballstärke Ladendorfs gerade bei Standards bekannt sein müssen. "Das war ja auch so. Doch in diesem Moment stieg niemand mit ihm hoch", ärgerte sich Mannschaftsführer Onno Lorenzen nach dem Abpfiff.

Dem Gäste-Kapitän wird möglicherweise auch die fehlende Chancenverwertung aufgestoßen sein. Ein Phänomen, das sich schon durch die gesamte Saison zieht. Einzig in der 18. Minute brach kollektive Freude bei den Grün-Weißen aus. Jan Niklas Witt brachte einen Pass in die Tiefe, den Heides Abwehr-Chef Arend Müller zu kurz abwehrte. Gilian Jebens sprintete heran und knallte das Leder mit Vollspann aus gut 20 Metern links oben in den Knick - ein Sonntagsschuss am Sonnabendnachmittag.

Diesen Pausenvorsprung kann, ja muss TuRa nach dem Wechsel ausbauen. Zweimal entwischt Rouwen Drzimkowski seinem Schatten Mark Lafrentz auf rechtsaußen, flankt nach innen zum mitgelaufenden Patrick Plötz, doch jener findet weder in der 55. noch in der 59. Minute das rechte Maß, um Mats Hinrichs zwischen den Heider Pfosten zu überlisten. Noch einmal stockt den HSV-Fans der Atem, nämlich als Mittelfeldstratege Juri Jeremejev kraftvoll aus zirka 25 Metern Entfernung abzieht, aber nur die Lattenoberkante trifft (63.). "Mindestens eine Gelegenheit habe ich drin gesehen. Schade, das wärs gewesen", trauerte Trainer Daniel Backenhaus den vergebenen Möglichkeiten nach. "Wir wollten schließlich einen Dreier entführen. Aber unterm Strich kann ich auch mit dem 1:1 leben."

Der Aufsteiger zeigte über weite Strecken das durchdachtere Spiel. Im Mittelfeld zog Jeremejev, der auch für alle Standards zuständig zeigte, abwechselnd mit Witt und Falk geschickt die Fäden. Die Viererkette in der Formation Hahn, Lorenzen, Schmidt (schied nach der Pause mit einer Knöchelverletzung aus) und Ackermann gestattete nur wenige Heider Durchbrüche. Fand der Ball dennoch den Weg Richtung Tor, war beim souveränen Pycha Endstation. Meldorfs erfahrener Keeper verriet weder in der Luft noch am Boden irgendwelche Blößen. Im Angriff lauerten Plötz und Drzimkowski stets auf ihre Chance. Ihre Laufwege stimmten, die Abschlüsse jedoch überhaupt nicht.

Gastgeber HSV bot nach den jüngsten starken Vorstellungen dieses Mal eine eher bescheidene Partie. Die beiden Angriffsspitzen Steffen Holm und Tobias Hass kamen so gut wie nie ins Spiel, sie verloren die meisten Zweikämpfe. Beiden fehlte zudem erkennbar die Unterstützung aus dem Mittelfeld, wo zentral weder Sebastian Sältz noch André Ladendorf ihr wahres Spielvermögen dokumentierten. Die Außenposten mit dem zuletzt gepriesenen Torben Rohwedder (rechts) und Alex Hardock schafften ebenfalls kaum Meter, verzettelten sich immer wieder in Einzelaktionen. Ihnen fehlte die Handlungsschnelligkeit, um auf den Flügeln für Überraschungsmomente zu sorgen.

"Wir haben uns schwer getan, das stimmt. Aber man muss auch die Belastungen der letzten Zeit sehen. Da stecken mittlerweile einige Spiele in den Knochen. In den letzten Minuten hat sich die Mannschaft nur noch über den Platz geschleppt", meinte Coach Thomas Möller hinterher. Wie Backenhaus schöpfte auch Ex-Profi Möller das Positive aus dem mit nur drei gelben Karten erfreulich fair verlaufenden Derby. "Unsere Serie hält. Wir sind jetzt elf Spiele in Folge ungeschlagen, stehen mit 38 Punkten sicher da. Wer hätte das im Winter ernsthaft für möglich gehalten?"Heider SV: Hinrichs - Quade, Müller, Lafrentz - Rohwedder, Steglich, Sältz, Hardock - Ladendorf - Hass (56. Borwieck), Holm.

TuRa Meldorf: Pycha - Hahn, Lorenzen, Schmidt (51. Ohland), Ackermann - Falk, Jebens - Drzimkowski (84. Merk), Witt, Jeremejev - Plötz (74. Braasch).

Schiedsrichter: Balsam (Kiel), unauffällig und sicher in seinen Entscheidungen.

Zuschauer: 587 Zahlende.

Tore: 0:1 Jebens (18.), 1:1 Ladendorf (79.).

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