Glückstadt : 500 000 Euro: Neues Baukastenprinzip für die Feuerwehr

Die Feuerwehr hat mit dem „AB-Rüst“ ihren zweiten Abrollbehälter für das neue Wechselladerfahrzeug. Andre Larisch, Sönke Rix und Sven Ferk (von links) sind begeistert.
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Die Feuerwehr hat mit dem „AB-Rüst“ ihren zweiten Abrollbehälter für das neue Wechselladerfahrzeug. Andre Larisch, Sönke Rix und Sven Ferk (von links) sind begeistert.

Mit Auslieferung des ersten Abrollbehälters hat jetzt eine neue Fahrzeug-Ära bei der Glückstädter Feuerwehr Einzug gehalten.

shz.de von
30. Juli 2015, 17:00 Uhr

Mit Auslieferung des ersten Abrollbehälters hat jetzt eine neue Fahrzeug-Ära bei der Glückstädter Feuerwehr Einzug gehalten. Das Konzept: Das kürzlich in Dienst gestellte, mit einem Kran ausgestattete Wechselladerfahrzeug, kann je nach Bedarf mit unterschiedlichen Abrollbehältern aufgesattelt werden.

Der von der Stadt angeschaffte Behälter „AB-Rüst“ dient dazu, komplexere technische Hilfeleistungen auf Straße und Schiene zu bewältigen. Er ist beispielsweise mit Stempeln ausgestattet, die bis zu 60 Tonnen Gewicht stemmen können. Außerdem hat der „AB Rüst“ einen Lichtmast und besitzt eine Eigenstromversorgung. Wie Glückstadts Wehrführer Ties Tießen beim Eintreffen der menschenrettenden Errungenschaft auf der Feuerwache erklärt, bleibt der AB-Rüst ständig auf dem Wechselladerfahrzeug aufgesattelt, „weil es sich um einen sogenannten zeitkritischen Behälter handelt.“ Nur wenn je nach Einsatz einmal ein anderer Behälter gebraucht werden sollte, wird der AB-Rüst binnen fünf Minuten gegen einen anderen Abrollbehälter ausgetauscht.

Bei der Feuerwehr Glückstadt wäre dies erst einmal nur der dem Land Schleswig-Holstein gehörende „AB-Öl“. In diesem lagert das Ölbekämpfungsmaterial der seit Anfang der neunziger Jahre bei der Glückstädter Feuerwehr stationierten Ölwehr Nr. 11.

Weitere Abrollbehälter dürften allein schon aus Kostengründen schon bald die Zukunft der Feuerwehr sein. „Das Wechselladersystem mit einem Fahrzeug und vielen Behältern funktioniert nur in Kooperation mit den umliegenden Feuerwehren“, verdeutlichte der Wehrführer. Entsprechend würden bereits andere Stadtfeuerwehren im Kreis sowie der Kreisfeuerwehrverband mit der neuen Feuerwehr-Generation liebäugeln. So steht beispielsweise bei der Kreisfeuerwehrzentrale in Breitenburg-Nordoe schon ein Abrollbehälter für Hochwasserlagen mit einer Sandsackfüllmaschine. Als weitere Beispiele für die Zukunft nannte Ties Tießen außerdem den AB-Atemschutz oder einen Behälter mit Schlauchmaterial beziehungsweise einen Schutt-Container. Diese würden dann mit den irgendwann im Kreisgebiet vielleicht vorgehaltenen insgesamt vier Wechselladerfahrzeugen bei Bedarf von A nach B gefahren.

Das Prozedere mit dem Behälterwechsel wollen die Glückstädter jetzt in den kommenden Wochen verstärkt üben und sich außerdem mit der neuen Ausrüstung für technische Hilfeleistungen bei LKW- und Bahnunfällen vertraut machen. „Im Herbst wird das neue Wechselladerfahrzeug samt dem „AB-Rüst“ dann im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung offiziell der Feuerwehr übergeben“, erklärt Ties Tießen.

Alles zusammen haben Fahrzeug und Behälter knapp eine halbe Million Euro gekostet, wobei das eigentliche MAN-Fahrgestell mit knapp 100  000 Euro den geringeren Kostenfaktor darstellt. Wesentlich zu Buche geschlagen habe dagegen die vielseitig einsetzbare Kraneinrichtung auf dem Wechselladerfahrzeug. „Mit dem Kran werden dann auch die Abrollbehälter auf das Fahrzeug gezogen oder wieder herabgelassen“, erklärt Tießen.

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