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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 02:33 Uhr

Jubiläum : 50 Jahre Marien-Kirche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Katholische Gemeinde feiert ihr Gotteshaus in der Königstraße.

Mit einer Abschlussandacht ist gestern Nachmittag für die katholische Kirche St. Marien in Glückstadt ein ganz besonderer Tag zu Ende gegangen: Das Gotteshaus in der Königsberger Straße 1 wird in diesen Tagen 50 Jahre alt. Das Kirchweih-Jubiläum wurde gestern mit dem Hochamt gebührend begangen. Hierzu war der durch Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof ernannte Dr. Hans-Jochen Jaschke nach Glückstadt gekommen.

Nach dem Gottesdienst hatte die Gemeinde ihre Gäste, darunter Bürgermeister Gerhard Blasberg und der evangelische Pastor Stefan Egenberger sowie der Leiter der Glückstädter Werkstätten, Christoph Emanuel Gaenslen, zu Speis und Trank in die Gemeinderäume eingeladen. Es gab Leckereien vom Grill sowie vom Salatbuffet, das die Vorsitzende im Pastoralausschuss der Gemeinde St. Marien, Annette Engemann, mit vielen fleißigen Helfern auf die Beine gestellt hatte.

Draußen versuchten sich derweil jüngere Gäste am Glückrad. Dabei waren Süßigkeiten für jeden Teilnehmer das Minimum. „Ich habe Gold geschafft und darf mir ein Geschenk aussuchen“, rief Walter (6) begeistert der Gemeindereferentin für Itzehoe und Glückstadt, Alexandra Avermiddig, zu. Andere Kinder amüsierten sich bei immer besser werdendem Wetter an der Ballwurfmaschine und beim Dosenwerfen.

Eigentlich gibt es die katholische Kirche in Glückstadt schon seit 380 Jahren. „Der in Glückstadt lebende spanische Konsul Gabriel de Roy hatte die Erlaubnis erhalten, in seinem Haus in der Namenlosestraße/Reichenstraße einen katholischen Gottesdienst zu feiern“, erzählte Annette Engemann. Die Messe wurde seinerzeit vom Dominikanerpater Dominicus Jansen zelebriert. Gleichzeitig spendete er über 60 Katholiken die Sakramente. Elf Jahre später wurden die Dominikaner von den Jesuiten abgelöst, und das Gebäude Am Hafen 25 diente fortan als Wohnung und Hauskapelle. Als die Kapelle zu klein wurde, baute man in der Namenlosestraße ein Gotteshaus. Die am 10. Oktober 1782 feierlich eingeweihte neue katholische Kirche erfüllte ihren Zweck bis 1964.

Weil das Gotteshaus in den 50er Jahren immer baufälliger wurde, hielten Kirchenverantwortliche Ausschau nach einem neuen Standort für ihre Marienkirche. Im Herbst 1957 kaufte die Kirche schließlich ein an der Schnittstelle Klaus-Groth-/Carl-Legien-Straße und Königsberger Straße gelegenes Barackengrundstück von der Stadt Glückstadt. Weil die Baracken wegen der damals in Glückstadt noch herrschenden Wohnungsnot nicht sofort aufgegeben werden konnten, dauerte es bis zum Baubeginn der Kirche noch weitere vier Jahre.„Nach Abbau der Baracken wurden im Oktober 1961 vierzig Betonpfähle von je 17 Meter Länge in den Marschboden gerammt“, schilderte Annette Engemann. Wenige Wochen später begann die Glückstädter Firma Jessen & Co. mit den Fundamentarbeiten für den Rundbau der vom Hamburger Architekten Karl-Heinz Bargholz geplanten Glückstädter Marienkirche.

Finanziell unter anderem vom Bistum unterstützt, wurde beim zweiten Bauabschnitt dann auf die großzügige Hilfe der Bundeswehr gesetzt. Der Grund: Soldaten der Glückstädter Marinekaserne wollten die neue St. Marienkirche gerne für ihre Gottesdienste mitnutzen. Am 5. September 1964 war es endlich so weit: Der Bischof von Osnabrück, Dr. Helmut Hermann Wittler, konsekrierte die katholische Kirche.

Seitdem ist auch in der Glückstädter St. Marien-Gemeinde die Zeit nicht stehen geblieben. Während sich viele Glückstädter allabendlich beim Glockengeläut um 18 Uhr nur an ihren Feierabend erinnern, steht die katholische Kirche vor neuen Herausforderungen. Einen eigenen Pfarrer gibt es schon lange nicht mehr in der Elbestadt. „Wir müssen neue Wege zur Bildung von pastoralen Räumen gehen. Für all diese Aufgaben brauchen wir auch Architekten und Bauleute, vor allem aber Gemeindemitglieder“, brachte es Annette Engemann auf den Punkt.


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