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50 Jahre – keiner ist länger Bürgermeister als Otto Steffen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Als Otto Steffen das erste Mal zum Bürgermeister gewählt wurde, war Ludwig Erhard noch Bundeskanzler, der US-Präsident hieß Lyndon B. Johnson und eine gewisse Angela Merkel hörte damals noch auf den Namen Kasner und besuchte im Alter von elf Jahren die Polytechnische Oberschule. „Als ich zum Bürgermeister gewählt wurde, hätte ich im Leben nicht daran gedacht, dass ich es bis heute bleiben werde“, sagt Otto Steffen, als er gestern an seiner Rede zu seinem 50-jährigen Amtsjubiläum als Chef der Gemeinde Wendtorf (Kreis Plön) feilt. Keiner ist in Schleswig-Holstein länger im Amt als der 83-Jährige. Gestern hat ihn deswegen Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) bei einer Feier in Wendtorf geehrt. Der Regierungschef würdigte die Verdienste des ehrenamtlichen Kommunalpolitikers. Aus einem beschaulichen Bauern- und Fischerdorf sei in den vergangenen 50 Jahren ein schicker Urlaubsort geworden. Steffen sei ein intaktes Dorfleben immer wichtig gewesen, er habe den Sportverein und die lokale Arbeiterwohlfahrt mitgegründet. „Sie haben Wendtorf verändert“, so Albig. Aber auch nach einem halben Jahrhundert gebe es in der Gemeinde immer noch Veränderungen zum Guten. Gerade erst sei Richtfest in der Ferienanlage Marina Wendtorf gefeiert worden. „Es gibt immer was zu tun für diesen Bürgermeister mit Herz und Verstand“, so der Ministerpräsident.

Dass die Marina, die das Gesicht Wendtorfs geprägt hat, den Charme der 70er Jahre ablegt, ist Steffens Herzenswunsch. „Der Ausbau muss weitergehen, das wollen alle hier.“ Steffen will das weiterbegleiten. „Aber es ist klar, dass ich nicht ewig Bürgermeister bleiben werde – das ist meine letzte Wahlperiode.“ In der 1100-Einwohner-Gemeinde gebe es genug qualifiziertes Personal für seine Nachfolge.

Ende des Monats wird ein anderer Rekordhalter sein Amt als Bürgermeister aufgeben. Denn neben Steffen ist auch Udo Tesch aus Heidgraben im Kreis Pinneberg heute seit genau 50 Jahren im Amt, er wird in zwei Wochen von Albig geehrt.

Der 83-Jährige hat genau wie sein Kollege Otto Steffen, der hauptberuflich bis zu seinem 63. Lebensjahr bei HDW in Kiel gearbeitet hat, im Laufe der Jahre viele Tausend Stunden in sein Ehrenamt investiert. Und was ist Otto Steffens Erfolgsgeheimnis? Der Bürgermeister zögert und sagt dann: „Man sollte auch die anhören, die eine andere Meinung haben – und einfach nie großschnäuzig sein.“

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