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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 05:21 Uhr

50 000 Kilometer bis zum Verbraucher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Diskussion über Arbeitsbedingungen im Textilgewerbe

„Wir wollen, dass unsere Jacken, Hosen, T-Shirts und Kinderkleidung menschenwürdig produziert werden.“ Das sagen Perke Heldt vom DGB und Maren Schlotfeldt vom evangelischen Frauenwerk. Sie hatten zu einer Veranstaltung in Itzehoe eingeladen, um die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie unter die Lupe zu nehmen.

Waltraud Waidelich, Vorstandsmitglied bei der „Kampagne Saubere Kleidung“ und Referentin des Abends zeigte am Beispiel einer Jeans auf, dass deren Lieferkette einmal um die Welt geht und sie fast 50 000 Kilometer unterwegs ist, bevor sie bei den Verbrauchern ankommt. Die Nachteile dieser Globalisierung müssten die Näher in den Entwicklungsländern mit Hungerlöhnen ausbaden. Waidelich war mit den zahlreichen Teilnehmern der Veranstaltung einig, dass die Konzerne in der Verantwortung seien, auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette zu achten. Das täten sie bisher nicht ausreichend, wie die zahlreichen Unglücksfälle mit Toten und Verletzten in Bangladesch deutlich machten. „Nach dem Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes hat sich einiges verändert, es gibt Inspektionen in den Fabriken und der Mindestlohn wurde aufgestockt“, sagte die Expertin. Aber in den Entschädigungsfonds für die Opfer, den die Internationale Arbeitsorganisation der UNO verwaltet, hätten längst noch nicht alle westlichen Konzerne eingezahlt.

Nach einer Umfrage wären mehr als 50 Prozent der Verbraucher bereit, mehr für ihre Kleidung zu zahlen, wenn dadurch die Arbeitsbedingungen in der Produktion besser würden, so Waidelich. Es fehle aber an Siegeln in den Kleidungsstücken, an denen man die Einhaltung sozialer Standards erkennen kann. „Deshalb ist das von Entwicklungshilfeminister Müller angestrebte ,Bündnis für nachhaltige Textilien’ die richtige Maßnahme“, sagte die Referentin.

Sie wird darin vom DGB und der Kampagne Saubere Kleidung unterstützt. Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Tod durch fehlende Gebäudesicherheit oder Chemikalien müssten aufhören, damit unsere Kleidung „Made in Würde“ produziert werde.

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erstellt am 30.Okt.2014 | 09:43 Uhr

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