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Schifffahrt : 4816 Seeleute aus 102 Staaten betreut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seemannsmission in Brunsbüttel leistet wichtige soziale Arbeit. Diakon Leon Meier legt Statistik für das vergangene Jahr vor.

Die Seemannsmission Brunsbüttel setzt sich für die Würde der Seeleute ein. Sie bietet ihnen das ganze Jahr über einen „Ankerplatz“ – und das unabhängig von Nationalität, Religion und Hautfarbe. Diese Aussage auf der Internet-Hompage untermauerte der Leiter der Einrichtung, der gebürtige Südafrikaner Leon Meier (Foto), auf einer öffentlichen Veranstaltung der Grauen Panther Dithmarschen im „Hamburger Hof“ mit beeindruckenden Zahlen.

Im Vordergrund der Arbeit stehen die Besuche auf allen Schiffen, die in den Häfen von Brunsbüttel, Glückstadt und Wewelsfleth liegen. Bei 1006 Bordbesuchen allein in Brunsbüttel nehmen die Mitarbeiter der Seemannsmission aktuelle Zeitungen aus den Heimatländern und meist auch Sim-Karten mit, um den Seeleuten die Möglichkeit zu geben, mit der Heimat zu telefonieren. Nach 847 Übernachtungen in den vereinseigenen Räumen in der Kanalstraße begleiteten die Mitarbeiter die ausländischen Seeleute beim Einkaufen in der Stadt. Insgesamt wurden 5655 Gäste begrüßt, davon 4816 Seeleute.

Zunehmend werde die Seemannsmission auch als Anlaufstelle für die in Brunsbüttel lebenden Asylbewerber genutzt, verriet Leon Meier. 259 Asylbewerber aus Afghanistan, Irak, Iran und Syrien suchen hier Möglichkeiten der Freizeitgestaltung beim Billard, beim kostenlosen Internet sowie bei Vorträgen und Gesprächen ebenso über politische wie auch wirtschaftliche Themen.

Das größte Kontingent der Seeleute stellten auch 2014 wieder die Philippiner mit 1925 Besuchern, gefolgt von 646 Indern, 639 Ukrainern, 497 Russen, 375 Chinesen und 160 Polen. „Wir betreuten im vergangenen Jahr Seeleute aus 102 verschiedenen Staaten.“ Die Gäste besuchten auch den Andachtsraum in der Kanalstraße 8. „Hier beten Angehörige von sieben verschiedenen Religionen friedlich nebeneinander, unter anderem Christen, Moslems, Hindu und Juden“, teilte Meier mit. Beachtlich sei das Vertrauen, das die Seemannsmission zu den Seeleuten aufgebaut habe. So nahm sie in vielen Fällen Bargeld entgegen, um dieses an die meist philippinischen Heimatfamilien der Seeleute zu überweisen. Den Umfang der überwiesenen Gelder bezifferte Leon Meier mit 46  500 Euro. Darüber hinaus wechselten die Gäste Fremdwährungen gegen gut 90  000 Euro ein. „Dieses Geld gaben sie bei Einkäufen aus. Es blieb in vollem Umfang in Brunsbüttel“, gab der Missionschef zu bedenken.

Neben den Schiffen in Brunsbüttel werden aktuell auch elf Seeleute auf drei in Glückstadt und Wewelsfleth seit Monaten festliegenden Frachtern betreut. „Einige haben seit August keine Heuer mehr bekommen“, schilderte Leon Meier deren Not.

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erstellt am 02.Feb.2015 | 16:46 Uhr

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