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Glückstadt : 400 Stühle – Kunstprojekt gelungen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bürger bringen ihre Sitzmöbel auf den Marktplatz und viele genießen das Projekt und die Musik.

Dies war wohl einer der originellsten Stühle gestern auf dem Marktplatz: mit Heu und Grün geschmückt, dazu frisch gelegte Hühnereier. „Die Hühner Hertha, Berta und Lehmann kommen später, wenn es nicht mehr so laut ist“, sagte Kitti Fehrs beim letzten Schmücken. „Wir haben zwölf Stühle von der Gemeinschaft Kleingarten Bühlerweg dabei.“ Tatsächlich stolzierte ein Huhn später durch die Menschenmenge.

Viele Glückstädter unterstützten gestern das Kunstprojekt von Margarete Olschowka. Die Künstlerin hatte dazu aufgerufen, dass Bürger insgesamt 400 Stühle bringen sollten. Da um 12 Uhr nach dem Aufbau noch nicht ausreichend Stühle standen, wurden weitere von hilfreichen Bürgern angeschleppt. So wurden zum Beispiel aus der Bücherstube am Fleth, dem Gemeindehaus herbeigetragen und auch aus dem Rathaus. Bürgermeisterin Manja Biel unterstützte das Projekt, welches im Rahmen der 400-Jahr-Feier stattfand. Sie orderte bei Mitarbeitern spontan Stühle aus dem Ratssaal, als sie sah, dass welche fehlten.

Bereits kurz nach 10 Uhr kam Anna Brückmann mit Tochter Mia – sie brachten gleich mehrere Stühle mit. „Wir machen gerne mit und wohnen gleich um die Ecke“, sagte Anna Brüggmann. „Toll“, sagte sie zu der Aktion. Mit dabei war auch Bruno Marschner. „Ich mag Stühle“, sagte der 28-Jährige. Einer, den er mitbrachte, war sogar aus Dänemark. „Es ist spannend“, sagte er zu dem Kunstprojekt. Seine Tochter hatte einen Stuhl mit Blumen dekoriert. Martina Peters fand die Aktion mit Bürgerbeteiligung „witzig“. Sie, ihre Mutter und ihr Sohn nutzten ihre Stühle beim Abgeben dann noch zum Sitzen, denn es hatte sich eine kleine Schlange gebildet. „Sinnig und niedlich“ nannte Klaus Bornemann die Aktion. Der FDP-Politiker hatte zwei Stühle dabei. Stadtvertreter Uwe Mertens (Grüne) half beim Aufbau.

Während die Bürger ihr Mobiliar ablieferten, steckte Margarete Olschowka am Vormittag mit Hilfe vom Feuerwehrnachwuchs Strecken mit Band auf dem Marktplatz ab. Sie symbolisierten die zwölf Straßen, die vom Marktplatz abgehen. Dort drapierte sie die Stühle mit Unterstützung vieler Helfer so, dass sie ausgerichtet standen. Wie „nach dem Ziffernblatt der Kirchturmuhr“, erklärte die Künstlerin. „Ich genieße, dass die Menschen Freude haben, sagte sie später am Nachmittag. Dankbar war Margarete Olschowka, dass sie viel Hilfe bekam und dass viele Geschäftsleute Preise gespendet hatten. Letztere wurden am Abend an diejenigen vergeben, die den schönsten Stuhl hatten oder die richtige Jahreszahl. Denn jedes Sitzteil bekam im Vorwege eine Nummer – ab dem Stadtgründungsdatum 1617.

Für das Rahmenprogramm war Christine Berg im historischen Kleid gekommen, um aus dem Buch „Fortunae – 400 Jahre Frauengeschichte(n) in, aus und um Glückstadt“. Am frühen Nachmittag gelang dies allerdings noch nicht, zu wenig Gäste trauten sich, auf den Markt zu gehen.

Musik machten Olaf Plotz und Lukasz Kaczmarowski. Gegen 15.30 Uhr spielte dann das Itzehoer Sinfonieorchester „Störphonie“. Die Musiker boten auf dem Marktplatz ein abwechslungsreiches Programm unter anderem aus Filmmusiken, Klassik und Tango. Die Musik begeisterte die Zuhörer, die es sich auf den Stühlen bequem machten.

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erstellt am 10.Jul.2017 | 05:00 Uhr

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