Freiwillige Feuerwehr Itzehoe : 400 Mal gingen die Melder los

Bereit für weitere Einsätze: Die geehrten und beförderten Feuerwehrleute nach der Jahresversammlung in der Fahrzeughalle der Itzehoer Hauptfeuerwache an der Hindenburgstraße.
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Bereit für weitere Einsätze: Die geehrten und beförderten Feuerwehrleute nach der Jahresversammlung in der Fahrzeughalle der Itzehoer Hauptfeuerwache an der Hindenburgstraße.

Die Feuerwehr Itzehoe zog auf ihrer Jahresversammlung Bilanz: 2016 brachte ein erfolgreiches neues Einsatzleitungskonzept und eine positive Mitgliederentwicklung. 2017 stehen die Planungen für die neue Wache an.

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01. März 2017, 12:00 Uhr

Das Jahr war gerade eine Stunde alt, da wurde die Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe bereits zum ersten Mal alarmiert: Es brannte in der Stargarder Straße. 399 weitere Einsätze kamen im Laufe des Jahres 2016 hinzu, wie Wehrführer Mark Bollhardt in seinem Bericht in der Jahresversammlung der Brandbekämpfer am Montagabend mitteilte. In 112 Fällen mussten Feuer gelöscht werden, 107 Mal leisteten die Einsatzkräfte technische Hilfe, zu 17 Einsätzen rückte die Tauchergruppe aus. In nicht wenigen dieser Fälle half die Feuerwehr auch außerhalb Itzehoes. „Es war ein aufregendes Jahr“, sagte Bollhardt, der zum ersten Mal in der Funktion als Wehrführer Bilanz zog.

Was ihm wesentlich weniger gefiel: Bei rund einem Drittel der 400 Alarmierungen 2016 rückte die Feuerwehr wegen Fehlalarmen durch technische Brandmeldeanlagen (76 Fälle) oder zu Türöffnungen (88 Fälle), etwa bei Verdacht auf einen medizinischen Notfall, aus. Besonders letztere Zahl bezeichnete Bollhardt als „erschreckend“. Die Wehrführung suche nach Lösungen, diese Belastung zu reduzieren. Dies sei aber kein Itzehoer Problem, auch in anderen Mittelstädten werde ein „rapider Anstieg“ verzeichnet, so Bollhardt.

Erfolgreich bewährt bei der Reduzierung der Belastung Einzelner habe sich das im August 2016 eingeführte System des „Einsatzleiter vom Dienst“. Wochenweise teilen sich die Führungskräfte der Wehr die Einsatzleitung, so dass nicht immer dieselben als „Chef im Ring“ antreten müssen und Ruhephasen möglich sind. Dies sei die „richtige Entscheidung“ gewesen, so Bollhardt. Erfreut zeigte sich der Wehrführer über die Mitgliederentwicklung, im Laufe des vergangenen Jahres stieg die Zahl leicht an auf 179 Feuerwehrleute, 120 davon in der Einsatzabteilung. Besonders beliebt ist die Jugendfeuerwehr, wie Jugendwartin Maren Ackermann mitteilte. Dort musste bei 36 Mitgliedern aktuell sogar ein Aufnahmestopp verhängt werden, weil die Betreuer an ihre Grenzen stoßen.

2017 wird vor allem die Planung der neuen Hauptfeuerwache an der Kastanienallee die Wehrführung beschäftigten. Sie soll für 6 Millionen Euro 2018 und 2019 gebaut werden. „Wir haben eine konkrete Vorstellung“, so Bollhardt. „Nun gilt es, diese passend zum Budget optimal umzusetzen.“ Demnächst sind erste Treffen mit den Architekten ebenso geplant wie Besuche bei anderen Wehren, um deren Gebäude als Anregung zu besichtigen. Weiterhin reformiert die Feuerwehr aktuell ihr Ausbildungswesen. „Viele Aufgaben werden immer komplexer“, erklärt der stellvertretende Wehrführer Achim Netzow. „Wir setzen daher seit Jahresbeginn auf mehr Spezialisierung.“ So werde beispielsweise die Bedienung der Mitte 2016 neu angeschafften Drehleiter und des ebenfalls neuen Abrollbehälters Schaum als so genannte Fachdienst-Ausbildung umgesetzt.

Für 2017 ist zudem die Beschaffung eines neuen Mannschaftstransporters in Sprinter-Größe geplant. Bereits jetzt läuft auch die Vorbereitung zur weiteren Modernisierung des Fuhrparks 2018: Dann sollen ein neuer Wechsellader-Lkw und ein so genanntes Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug kommen. Die nicht unerheblichen Geldmittel dafür stellte auf der Jahresversammlung Ratsherr Ralph Busch in Vertretung von Bürgermeister Andreas Koeppen in Aussicht. Die Kosten für die Feuerwehr seien zwar ein großer Posten im städtischen Haushalt, aber „einer, der uns nicht weh tut. Bevölkerung und Politik wissen, was sie an Ihnen haben und wie wichtig die Feuerwehr für Itzehoe ist.“


>Wahlen: Gruppenführer 7. Gruppe: Kevin Suck; Kassenwartin: Kerstin Böse; Kassenprüfer: Tobias Götz. Beförderungen: Oberfeuerwehrmann: Nils Bräuß, Marco Ciborski; Hauptfeuerwehrmann/-frau: Sebastian Möller, Christian Behrend, Mayleen Bollhardt, Sebastian Dreifke, Lena Courvoisier; Löschmeister: Kevin Suck, Marco Hennies; Oberlöschmeister: Carsten Schlüter, Alexander Netzow; Brandmeister: Sebastian Beckmann; 1. Hauptbrandmeister: Mark Bollhardt. Ehrungen: 30 Jahre Mitgliedschaft: Jörg Rauhut; 40 Jahre: Joachim Neumann, Egbert Jahn; 50 Jahre: Dieter Salzmann, Günther Fitzner; 60 Jahre: Albert Form, Karl-Heinz Peters.

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