40 000 Euro für Naturwissenschaften

Die Stadt Brunsbüttel experimentiert auch im Schulbereich mit der Wirtschaft - erfolgreich: Gespannt schauen Schulleiter Hans-Walter Thee (v.re.), Stefan Mohrdieck und Hans Wiese (Gymnasium Marne) auf den Versuch von Wilfried Hansen und Rainier van Roessel.
Die Stadt Brunsbüttel experimentiert auch im Schulbereich mit der Wirtschaft - erfolgreich: Gespannt schauen Schulleiter Hans-Walter Thee (v.re.), Stefan Mohrdieck und Hans Wiese (Gymnasium Marne) auf den Versuch von Wilfried Hansen und Rainier van Roessel.

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22. März 2011, 07:53 Uhr

Brunsbüttel | Junge Menschen für Naturwissenschaften interessieren, experimentierfreudige Köpfe fördern und Schulen an den Standorten bei der Verbesserung ihrer Ausbildungsmöglichkeiten unterstützen, das hat sich das Unternehmen Lanxess auf die Fahnen geschrieben. "Bildung ist in Deutschland die einzige Ressource, die wir haben und das müssen wir fördern und nutzen", sagt Lanxess-Pressesprecher Frank Grodzki.

2008 startete das Unternehmen deshalb die Bildungsinitiative und förderte bis jetzt 17 Schulen mit insgesamt 2,5 Millionen Euro. Nun wird erstmals auch der Standort Brunsbüttel bedacht sowie das standortnahe Gymnasium in Marne: Beide Schulen bekamen gestern jeweils 20 000 Euro überreicht. Einzige Bedingung: Das Geld muss im Naturwissenschaftlichen Bereich investiert werden.

"Naturwissenschaften sind kein Bereich, der nur durch Bücher erlernt und erfasst werden kann. Naturwissenschaften muss man begreifen", sagt Rainier van Roessel, Lanxess-Vorstandsmitglied. Und dafür brauche es Experimente. Auch Geschehnisse des Alltags könnten mit vorhandenem Wissen besser erklärt werden, denn Naturwissenschaften bestimmen unser Leben. Als aktuellstes Beispiel spielte van Roessel auf die Katastrophe in Fukushima an - die Reaktionen, die dort stattfinden kann man nur durch naturwissenschaftliche Kenntnisse verstehen.

Und natürlich liege dem Unternehmen auch viel daran, naturwissenschaftliche Interesse zu fördern um letztlich Ausbildungsplätze hochqualifiziert besetzen zu können. Die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und den Schulen beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Sachspenden, sondern beinhaltet in einem zweiten Schritt Workshops, zu denen Schüler in den Betrieb vor Ort eingeladen werden, um die Abläufe vor Ort kennenzulernen. Hans-Walter Thee freut sich über die Zusammenarbeit und Spende: "Schon jetzt gehen in unserer Woche der Naturwissenschaften einmal pro Jahr alle Zwölfer in Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um Einblick und Arbeitsweise kennenzulernen." Dass sei wichtig, um Zusammenhänge und die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu verstehen, selbst wenn sie später nicht in diesen Beruf gehen.

Wilfried Hansen betonte die Bedeutung solcher Kooperationen: "Junge Menschen müssen ausbildungs- und studierfähig sein." Deshalb sei das Geld an Schulen als Basisgrundlage am Standort besonders gut aufgehoben. Doch wofür genau wird das Geld ausgegeben?

Hans-Walter Thee: "Wir brauchen einen explosionssicheren Kühlschrank, Brennstoffzellbaukästen, Heizplatten und Unterrichtsmaterialien." Außerdem soll ein Erdkunderaum in einen Arbeitsgruppenraum für Chemie und Biologie umgebaut werden, für praktischeres Arbeiten, weg vom Frontalunterricht. Der kommissarische Leiter des Marner Gymnasiums Hans Wiese will das Geld ebenfalls für Versuche und Unterrichtsmaterialien ausgeben aber auch einen Teil für interaktive Tafeln verwenden, um Unterricht noch anschaulicher zu gestalten.

Dass das Interesse an Chemie unter den Jugendlichen groß ist, bestätigte die Chemielehrerin und Fachvorsitzende Cornelia Richter: Insgesamt belegen derzeit 62 Schüler am Brunsbütteler Gymnasium Chemie als Profilfach. "Eine ehemalige Schülerin sei jetzt Chemilaborantin bei Lanxess, einige gehen zu Bayer und andere studieren Chemie. Simon Peters (19) und Jana Rehder (19) wollen zwar derzeit nicht beruflich in diese Richtung, wissen aber genau, weshalb sie sich für Chemie entschieden haben: "Es ist interessant und man lernt hier was fürs Leben. Experimentieren in Chemie ist spannender als Vokabeln zu lernen."

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