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Jubiläum in der Blomeschen Wildnis : 350 Jahre – Wildnis feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Grill-Buffet für Einwohner im Feuerwehrgerätehaus am Sperforkenweg / Geheimrätin von Blome war Namengeberin der Gemeinde

Das Land ist zwar schon länger besiedelt als Glückstadt, dennoch feiert die Gemeinde jetzt erst ihr 350-jähriges Bestehen. 1667 wurden die Ländereien der heutigen Blomeschen Wildnis zu einem adligen Landgut zusammengefasst und das Gemeindegebiet entstand in seinen heutigen Grenzen. 1790 kaufte die Geheimrätin von Blome aus Heiligenstedten die „Wildnis“ und bis 1889 gehörte das Land ihren Nachkommen. Von dieser Familie stammt der Name Blomesche Wildnis.

Gefeiert wird Sonnabend, 29. April, mit einem Grill-Buffet für die Einwohner im Feuerwehrgerätehaus am Sperforkenweg. „Von unseren 680 Einwohnern haben sich über 200 zum Fest angemeldet. Das ist fast ein Drittel und zeigt die Verbundenheit unserer Dorfgemeinschaft. Die passen gar nicht alle in unsere Fahrzeughalle, so dass wir noch ein Zelt anbauen werden“, äußert sich Bürgermeister Niels Schilling über die Resonanz zufrieden. Alle Ortsschilder sollen mit Kränzen geschmückt werden. Horst Kühn hat ausgemessen: „Für ein Schild brauchen wir 4,40 Meter Kranz. Aber Buchsbaum können wir dazu in dieser Jahreszeit nicht nehmen.“ Gemeindevertreter Sönke Claußen bot spontan seine Hecke an: „Die ist lang genug und muss ohnehin zurückgeschnitten werden.“

Auf dem Gebiet der heutigen Blomeschen Wildnis lag früher das Kirchspiel Bole. Es muss schon sehr früh eingedeicht worden sein, denn bereits 1237 wurde es urkundlich erwähnt. Die großen Sturmfluten um 1400 und 1423 haben wohl alles wieder zerstört. Die Elbe hat einen Teil verschlungen, das übrige Land blieb als Außendeich (Wildnis oder Wüsteney) ungefähr 200 Jahre liegen und gehörte dem dänischen König. Erst nach der zweiten Eindeichung 1615 bis 1617 wurde das Land systematisch besiedelt und an Landbesitzer der Krempermarsch verpachtet, bis es 1667 insgesamt als Landgut verkauft wurde.

Das Gemeindegebiet reicht von der Elbe am „Neuendeich“ über den „Altendeich“ bis nach Herzhorn und umfasst 690 Hektar. Gemeindevertreter Albert Busch rechnet schmunzelnd vor: „Pro Einwohner steht ein Hektar Land zur Verfügung, deshalb kann man sich hier gut aus dem Weg gehen und es gibt kaum Nachbarschaftsstreitereien.“ Einen Dorfmittelpunkt gibt es nicht, aber durch den Zusammenschluss der Feuerwehren „Neuendeich“ und der „Chaussee“ wurde 2003 an zentraler Stelle das Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus errichtet. „Das ist unser gefühltes Zentrum. Hier wird unsere Dorfgemeinschaft aktiv gelebt“, beschreibt der stellvertretende Bürgermeister Horst Kühn seine liebenswerte Gemeinde. Als eigenständige Ortschaft gibt es die Blomesche Wildnis aber erst seit 1889. Sie gehörte zunächst zum Amtsbezirk Borsfleth und von 1970 bis 2007 zum Amt Herzhorn. Seit 2008 ist das Amt Horst-Herzhorn für die Verwaltung zuständig.

Wirtschaftlich ist die Gemeinde immer noch stark vom Gemüseanbau geprägt, der sich auf dem fruchtbaren Marschboden des ehemaligen Elbestromes entwickeln konnte. Aber durch den Strukturwandel hat sich das Erscheinungsbild der Blomeschen Wildnis verändert: Immer weniger Betriebe mit vergrößerten Anbauflächen zeugen vom starken Verdrängungswettbewerb. 1992 entstand am „Altendeich“ ein drei Hektar großes Gewerbegebiet und 1999 im „Störeck“ ein Baugebiet mit 20 Bauplätzen. In der Gemeinde gibt es noch ein besonderes Stück Geschichte: Die Gaststätte „Weißer Bär“ wurde bereits 1645 erbaut. Sie ist damit 22 Jahre älter als die Gemeinde, und seit fast 50 Jahren steht Inge Schippmann dort als Wirtin hinterm Thresen.

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erstellt am 26.Apr.2017 | 05:11 Uhr

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