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Fahrradrallye : 35 fröhliche Teams radelten um den Sieg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Radfahren und kuriose Spiele spielen: Das wurde bei der Tour durch drei Kreise von den Organisatoren des Wulfsmoorer Sportvereins geboten. 209 große und kleine Teilnehmer waren mit dabei. Die Sieger des Spielewettbewerbs sind fünf Mädchen.

Alle zwei Jahre satteln die Wulfsmoorer ihre Drahtesel, radeln in fröhlichen Gruppen durch die Gegend und sammeln Punkte bei kuriosen Spielen. Bei der Fahrradrallye des örtlichen Sportvereins sind alle mit dabei. „Das halbe Dorf fährt, die andere Hälfte steht Posten“, fasste Gabi Kelting die Beteiligung bei diesem Traditionsereignis zusammen. Bei der Vorsitzenden des Sportvereins Wulfsmoor laufen alle organisatorischen Fäden zusammen. Nach monatelanger Planung war es jetzt wieder soweit: 35 Teams radelten los und wurden vom Start bis ins Ziel von 29 Helfern betreut.

Genau durchdacht war schon die Startprozedur hinter dem Dorfhaus. Von dort schickten Helga Jacobs und Uschi Peiser im geregelten Abstand nach und nach die Teilnehmer auf den Rundkurs. Über Hingstheide führte die knapp 19 Kilometer lange Pedalfahrt durch den Hasselbusch nach Mönkloh und wieder zurück nach Wulfsmoor. „Schön und schnörkellos“, war Lob zu hören.

Mit der Streckenplanung hatten laut Gabi Kelting die Vorbereitungen bereits im Juni begonnen. Die beschauliche Runde vorbei an den Höfen und durch die Nachbardörfer hielt in der Organisation einige Tücken bereit: „Weil wir durch drei Kreise fahren, mussten wir die Genehmigung von drei Ämtern einholen. Fünf Wochen hat das gedauert“, berichtete die Rallye-Chefin. Dazu kam noch eine notwendige Sondergenehmigung vom Förster für das Stück durch den Wald.

Bei der ersten Spielstation auf dem Hof Storm in Hingstheide kam es gleich zum „Stau“. Das gehöre dazu, erläuterten die erfahrenen Wulfsmoorer Rallyefahrer – und nutzten das Aufeinandertreffen der Gruppen, um die Geselligkeit zu pflegen. „Könnt ihr uns Tipps geben?“, versuchte nebenbei Bürgermeister und Teilnehmer Reimer Kläschen von anderen Vorteile für sein Team herauszuarbeiten. Ohne Erfolg. Und auch aus den Erfahrungen vergangener Jahre konnte niemand Nutzen ziehen: „Alle Spiele sind jedes Mal komplett neu!“, erläutert Gabi Kelting. Damit das immer wieder gelinge, sei sie daher immerzu auf der Suche nach Spielideen, die noch nicht dagewesen sind. So wie das von ihr an Posten fünf neben dem Mönkloher Spielplatz zusammen mit Heinz Plöhn betreute Spiel: Wäsche aufhängen. Vertraute Utensilien und vermeintlich simple Anweisung: „U-Hosen, BHs und Socken mit einer Klammer, alles andere mit zwei an der Leine befestigen – jedes Stück gibt einen Punkt.“ Doch die Tücke steckte im Detail, denn die Teilnehmer werden für die Aktion kreisförmig an den Handgelenken aneinander gebunden – mit dem Rücken zueinander. Ein guter Test für frisch gebackene Eheleute wie Martin und Sandra Sandkamp. Das Kommando übernahm kurzerhand (Schwieger-)Mutter Maren Sandkamp, mit im Bunde Ernst-Otto Hamann. Die benutzten Fesselbänder seien eigentlich für die Kühe: „Die kosten nicht viel und können später auf dem Hof weiterverwendet werden“, stellte Gabi Kelting pragmatisch fest und notierte die Ausbeute des Teams: Sechs Wäscheteile, sechs Punkte.

Neun Posten hatten die Radler zu absolvieren, die unterwegs mit einem Frühstücksimbiss versorgt wurden. Der eigens eingesetzte Servicewagen hatte in diesem Jahr keinen ernsthaften Einsatz – das größte Malheur des Tages war die zum Brötchen schmieren noch viel zu kalte Butter. Allerfeinstes Sommerwetter bescherte allen Beteiligten einen herrlichen Tag und einen Riesenspaß. Vier Absagen gab es kurzfristig, weil Stroh- und Silage-Ernte Vorrang hatten.

Zum Abschluss fieberten am Abend 209 Teilnehmer bei Grillwurst, Limo und Bier der Siegerehrung im Dorfhaus entgegen. Die Medaillen für den ersten Platz räumten fünf Mädels aus Wulfsmoor und den umliegenden Dörfern ab: Anna Saß, Ines Wiencken, Svenja Kehl, Nadine Ulrich und Janina Studt. Und nach ihrer offiziellen Rede konnte Gabi Kelting einmal mehr sagen: „Geschafft. Aber: Nach der Rallye ist vor der Rallye!“ Bis es in zwei Jahren wieder losgeht, wird die tatkräftige 47-Jährige bestimmt wieder jede Menge Ideen haben. Die ein oder andere ganz nebenbei. Beim Melken zum Beispiel.

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