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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 09:18 Uhr

300 000 Euro für Physik und Chemie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schulverband investiert weiter in die Gemeinschaftsschule

Um die Schüler an der Gemeinschaftsschule optimal auf das Berufsleben vorzubereiten, greift der Schulverband Wilstermarsch noch einmal tief in die Tasche. In einer gemeinsamen Sitzung von Bauausschuss und Verbandsvorstand gab es grünes Licht für eine Totalsanierung der Unterrichtsräume für die Naturwissenschaften (NAWI-Räume). Insgesamt werden 303  727 Euro in die Hand genommen. Der Umbau soll kurz vor den Sommerferien beginnen. Nach Abschluss von Restarbeiten können in den neu ausgestatteten Räumen dann etwa vier Wochen nach der Sommerpause Physik, Chemie und Biologie gepaukt werden – im Schnitt in allen Klassenstufen vier Stunden pro Woche.

„Wir haben die Wünsche von der Planung und von den Kosten her eins zu eins umgesetzt“, brachte Ingenieur Kai Themm vom Henstedt-Ulzburger Büro Marxen und Schmöckel die zuständigen Gremien auf den aktuellsten Stand. Die Unterrichtsräume bekommen eine neue Decke, neuen Fußboden und – bis auf die Schränke – neue Möbel. Den Kern bilden allerdings vier Digestorien. An diesen voll ausgestatteten Versuchsschränken können die Schüler optimal unterrichtet werden und in Gruppen zu jeweils bis zu vier Mitgliedern das in der Theorie Erlernte in die Praxis umsetzen. Die Versuchsschränke machen die Investition allerdings auch so teuer, weil sie nach den gesetzlichen Vorgaben mit einer höchst aufwendigen Be- und Entlüftung ausgestattet werden müssen. Daneben werden die Unterrichtsplätze mit so genannten Energiesäulen für Wasser, Abwasser, Gas und Datenleitungen ausgestattet. Je nach Bedarf schaltet sich modernste LED-Beleuchtung ein.

Bei den Kosten hatten die Verbandsmitglieder allerdings eine Berg- und Talfahrt zu überwinden. Ursprünglich war man schon mit einem Aufwand von rund 300  000 Euro ausgegangen. Verbandsvorsteher Walter Schulz erinnerte allerdings daran, dass sich die Kosten nach einer Ortsbesichtigung in Schulen in Itzehoe und Kellinghusen zeitweise halbiert hätten. In der abschließenden Beschlussvorlage standen dann 278  000 Euro, wobei das Ingenieurbüro aber mit spitzer Feder nachrechnete und dann auf die gut 300  000 Euro kam. „Wir müssen auf die Zukunft schauen. Da machen 7500 Euro den Kohl auch nicht mehr fett“, mochte Schulz keine große Spardiskussion über den möglichen Verzicht auf einen der Laborschränke mehr zulassen. „Heute gibt es den klassischen Chemieunterricht nicht mehr. Wir wollen möglichst vielen Schülern den Zugang zu Experimenten verschaffen“, erläuterte Naturwissenschaftslehrer Markus Klinger die Bedeutung einer guten Unterrichtsausstattung. Letztlich komme der Wunsch, die NAWI-Räume komplett neu aufzubauen ja auch nicht von ungefähr. Schließlich gebe es im Einzugsgebiet der Gemeinschaftsschule Wilster auch Unternehmen wie das Bayer-Werk, die als künftige Ausbildungsstätte für die Schüler in Frage kämen. Rektorin Marlis Krumm-Voeltz zeigte sich nach dem am Ende einstimmigen Votum hoch erfreut: „Damit hatte ich nicht gerechnet. Wir wissen in der Schule ja, welche finanzielle Kraftanstrengung der Schulverband da unternimmt.“ Jetzt hofft die Schulleiterin, dass auch noch die alte Kreidetafel durch ein Smart-Board ersetzt werden kann – vielleicht mit Hilfe des Fördervereins. Die Leitungen dafür werden gleich mit verlegt.

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erstellt am 07.Apr.2015 | 11:25 Uhr

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