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Kellinghusen : 30 000 Euro für Konzept gegen Hochwasser

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aufweitung des innerstädtischen Flussprofils, Öffnung der Wälle beim Klärwerk, Ufersäuberung: Stadt Kellinghusen muss beim Schutz gegen die Fluten aktiv werden

Als wollte der Wettergott die Macht der Naturgewalten demonstrieren, ließ er einen heftigen Gewitterguss über der Störstadt nieder gehen. Die kurzzeitige Überschwemmung des Innenstadtgebiets wenige Tage vor der Einwohnerunterrichtung zum Thema Hochwasserschutz erinnerte an die steigenden Pegel der jüngsten Flut-Ereignisse. Seit 21 Jahren wird vor Ort auf verschiedenen Ebenen über den Hochwasserschutz diskutiert. Jetzt muss die Stadt im Sinne betroffener Bürger aktiv werden – auch, weil sie sonst in die Gefahr gerät, die Finanz-Gunst des Landes zu verspielen.

Vorgaben für einen praktischen innerstädtischen Hochwasserschutz lieferte Thorsten Evertz: Aufweitung des innerstädtischen Flussprofils, Öffnung der Wälle beim Klärwerk, Ufersäuberung sowie ein mobiler Hochwasserschutz seien Bausteine für die Senkung des Störpegels, so der Geschäftsführer der Firma E&N Wasser und Plan GmbH. Beim letzten von mehreren Besuchen in Kellinghusen stand die abschließende Darstellung der vom ihm erstellten Wirkungsanalyse auf der Tagesordnung.

Neben zahlreichen Bürgern sowie Behördenvertretern war auch Frank Krüger vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Melur) zugegen. Den finanziellen Beistand des Landes stellte er auch zukünftig in Aussicht. Allerdings: Nachdem Kiel die Kosten für die vorliegende Studie getragen habe, sei nun die Stadt gefordert, den nächsten Schritt zu tun. Erfolgen soll dieser in Form eines Hochwasserschutz-Konzepts.

Dafür seien 30  000 Euro in den Haushalt eingestellt, erklärte Bürgermeister Axel Pietsch (BFK). Parallel dazu wird er mit den Störanliegern im Innenstadtbereich „in den Dialog“ treten. Denn für den Baustein „Aufweitung des Flußprofils“ gilt, dass er nur in Angriff genommen werden kann, wenn die Grundbesitzer im betroffenen Bereich grünes Licht geben.

Entgegen trat der Stadtchef Behauptungen, die Stadt tue nichts. Rund eine halbe Million Euro habe die Kommune in das Kanalnetz gesteckt. Weitere 93  000 Euro seien für die zukünftige Überprüfung des Regenwasserkanalisation sowie der Einläufe in Hochwasser gefährdeten Bereichen vorgesehen.


Bürger müssen zahlen


Auch den von Krüger angesprochenen Beitritt zum Deich- und Sielverband Grönhude als Voraussetzung für eine öffentliche Förderung ist laut Pietsch in die Wege geleitet. Berücksichtigung gefunden habe das Hochwasser-Thema weiterhin im Rahmen des B-Plans Nummer 54 (Aldi/Edeka), erklärte er mit Blick auf die Hochwasserlinie von aktuell 3,50 und zukünftig möglicherweise 3,85 Meter. „Das Gelände liegt über vier Meter“.

Neben dem Hochwasserschutz vor Ort erhofft sich die Stadt eine positive Wirkung der laufenden Renaturierungsmaßnahmen im Oberlauf der Stör. „Das kostet alles einen ganzen Haufen Geld“, fasste Pietsch zusammen.

Ans Portemonnaie gehen werde der Hochwasserschutz über Umlagen und Abgaben auch den Bürgern. Stör-Anlieger müssen zudem privat für einen sauberen Uferbereich sorgen. Bauten und Gewächse, wie sie auf Fotos von Kurt Nießner (Nabu) von 1995 und aktuell auf Bildern von einer Boots-Kamerafahrt des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts zu sehen sind, müssen auf eigene Kosten beseitigt werden. Den öffentlichen und privaten Investitionen gegenüber steht eine – von manchen Bürgern während der vorvergangenen Sitzung als zu gering monierte – Wirkung im Zentimeterbereich. Der Bürgermeister hielt dagegen: „Für mich sind 15 Zentimeter ein guter Anfang.“

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