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Wirtschaft : 261 Tonnen: Kran hebt Trafo auf Pier

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Spektakuläre Aktion im Glückstädter Außenhafen: Transformator für Umspannwerk in Kummerfeld verladen. Außergewöhnlicher Weitertransport geplant.

13 Uhr: Eine für den Glückstädter Hafen außergewöhnliche Aktion startet. Ein 261 Tonnen schwerer Trafo wird vom Binnenschiff „MS Joliba“ auf die Pier gehoben. Die schwere Maschine ist kurz vorher per Schiff aus Krefeld angekommen. In Glückstadt soll der Gigant mehrere Wochen zwischengelagert werden, bis er weiter nach Kummerfeld transportiert wird.

Von einem riesigen Schwimmkran wird der Trafo von Bord auf die Pier gesetzt. Das Gerät sieht auf den ersten Blick gar nicht so massiv aus. Dabei ist das hohe Gewicht eine Herausforderung für den Untergrund der Pier an der Südermole. Denn die Fläche ist durch die 261 Tonnen einer extrem hohen Belastung ausgesetzt.

Die Mitarbeiter vor Ort haben Unterstützung von Kollegen aus Brunsbüttel – von der Firma „Schramm Ports & Logistics“. Nachdem sie den Trafo sicher an den Haken des Schwimmkrans befestigt haben, brauchen sie fast eine halbe Stunde um ihn an Land zu bringen. Der Kranführer arbeitet mit viel Fingerspitzengefühl, damit die hängende Ladung nicht ins Schwingen gerät. So scheint der Umschlag dieser ungewöhnlichen Ware für die Zuschauer am Hafen in Zeitlupe zu geschehen.

Der Schwimmkran selbst steht auf keiner speziellen Plattform, die sich unabhängig drehen kann. Wenn der Kran sich um 90 Grad drehen muss, dann dreht sich auch die Plattform, auf der er steht, um 90 Grad. Der starke Motor des Schwimmkrans läuft beständig, um alles auf Position zu halten. Auffallend sind die vier Taue, die vom Trafo während des Verladens herunterhängen. Ihr Zweck erschließt sich erst, als der Koloss direkt über dem Pier hängt und Mitarbeiter nach ihnen greifen. Mit Hilfe der Taue halten sie das Gerät und bringen es in Stellung, so dass es letztendlich genau am geplanten Platz steht. 13.30 Uhr: Nur Manneskraft reicht beim Positionieren der 261 Tonnen allerdings nicht aus, ein Gabelstapler unterstützt die Mitarbeiter auf den letzten Metern.

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Schramm-Group und damit auch von Glückstadt Port, freut sich über den reibungslosen Ablauf: „Der Umschlag von 261 Tonnen Stückgut gehört in Glückstadt nicht zum Tagesgeschäft und erfordert detaillierte Planung und exakte Technik.“ Er spricht von einem „Giganten“. Hier habe die Mannschaft vom Glückstadt Port mit den Kollegen aus der „Schramm Ports & Logistics“ wieder einmal ihr Know-How und ihre Flexibilität unter Beweis gestellt. Am Hafen wird der Trafo einige Wochen zwischengelagert, bis die Genehmigungen für den Weitertransport vorliegen und die nächste knifflige Aufgabe für die Mitarbeiter wartet. Dann wird der Koloss mittels einer Kesselbrücke nach Kummerfeld transportiert. Eine Kesselbrücke ist ein spezieller Auflieger für Lastkraftwagen. Damit werden besonders schwere und hohe Güter transportiert. Dabei wird die Ladung zwischen zwei Teilen des Anhängers fixiert, sodass der Trafo quasi zwischen zwei Trägern eingeklemmt über dem Boden schwebt. Die Hydraulik des speziellen Lkw-Auflegers macht es möglich, die hohe Ladung beim Durchfahren eine Brücke bis auf wenige Zentimeter über den Boden zu senken.

Am Ziel in Kummerfeld angekommen, wird der Trafo in einigen Wochen in einem Umspannwerk benötigt, teilt Frank Schnabel mit. Das Versorgungsnetz dort soll von einer Bestandsleistung von 220 Kilovolt auf eine Leistung von 380 Kilovolt umgerüstet werden. Nach dem Umbau werden die Stromleitungen von Quickborn bis zur Elbe damit eine größere Kapazität haben.

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