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Saisoneröffnung : 25 Jahre kleinste Fähre Deutschlands

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Propst Thomas Bergemann hält den Open-Air-Gottesdienst am Eröffnungstag der Fähre Kronsnest am 1. Mai.

Am 1. Mai startet die Fähre Kronsnest in ihre 25. Saison. Das Jubiläum soll mit einem großen Eröffnungstag gefeiert werden. Los geht es um 9.30 Uhr mit einen Open-Air-Gottesdienst mit Propst Thomas Bergemann auf der Neuendorfer Uferseite, gefolgt von einem bunten Rahmenprogramm.

Vor 25 Jahren erlebte Deutschlands kleinste Fähre für Personen und Fahrräder ihre Wiedergeburt. 1993 nahm die Hol Över, Schleswig-Holsteins einzige handbetriebene Fähre, ihren Betrieb auf. Was eigentlich nicht ganz stimmt, denn bis 1968 war die Fähre bereits an gleicher Stelle als Beförderungsmittel im Dienst. Als sie jedoch Ende der 60er Jahre nicht mehr rentabel war, folgte die Schließung. Bis sich 1992 ein Trägerverein gründete, der für die Wiederflottmachung der Fähre sorgte. Jährlich nutzen zwischen 6000 und 7000 Personen die Querung der „Bundeswasserstraße Krückau“ zwischen Seester und Neuendorf als Höhepunkt von Wanderungen oder Radtouren durch die Marsch.

Der Fährkahn wurde nach historischem Vorbild aus Eichenholz gebaut, wobei die heute geltenden Sicherheitsvorschriften berücksichtigt werden mussten. Gekentert ist die Fähre in ihren nun knapp 25 Dienstjahren noch nie. Die Mitglieder des Fährvereins haben übrigens nicht nur die Hol Över wieder auf Hochglanz gebracht, sondern haben auch die Wege bis hinunter zum Flussbett und das malerische Umfeld in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit hergerichtet.

Wie seit Jahrhunderten üblich, geschieht das Übersetzen über die Krückau nach alter Fährmannsart durch das sogenannte Wriggen mit einem Riemen. Dafür muss der Fährmann nicht nur die Technik beherrschen, sondern auch die Strömungsverhältnisse ganz genau kennen. Einfach so darf also niemand auf der Hol Över seinen Dienst verrichten. Der Fährmann muss vor einer amtlichen Prüfungskommission sein Können unter Beweis stellen und erhält dann den Führerschein für Personenbeförderung.

Fast 30 Genehmigungen von diversen Behörden musste der Fährverein einholen, ehe 1992 von allen relevanten Seiten das Okay für die Wiederaufnahme des Fährverkehrs vorlag. Der Verein selbst wurde am 1. Juni 1992 gegründet. Die Fähre Kronsnest ist aber schon viel älter. Aus dem Jahr 1576 stammt die erste belegbare urkundliche Erwähnung. Handel und Landwirtschaft erblühten, und die Menschen an beiden Uferseiten kamen miteinander in Kontakt. Doch die Fährtradition schlief in den 1960er Jahren ein, weil die Menschen immer mobiler wurden. 1968 wurde der Fährverkehr eigestellt.

Im November 1992 startete die Werft Hatecke in Freiburg an der Elbe mit dem Bau des neuen Fährkahns. Am 10. April 1993 folgten die Taufe und der Stapellauf der Hol Över. Der hölzerne Kahn ist rund 4,40 Meter lang, 1,80 Meter breit und wiegt etwa 640 Kilogramm. Die Passagiere können auf beiden Seiten Platz nehmen und bei der Überfahrt dem Fährmann bei dessen kräftezehrendem Tagwerk zuschauen. Fahrräder werden zwischen den beiden Sitzreihen verstaut. Die Pläne für die Fähre stammen von Glückstädter Rolf Appel, der sich wiederum an alten Fotos aus der Zeit vor 1968 orientiert hat.

Pünktlich zum 1. Mai 1993 konnte dann der Fährbetrieb wieder aufgenommen werden. Im Juli 1995 wurde der Ausstellungsraum Stöpenkieker eingeweiht, und im Oktober 1995 folgte die Fertigstellung des Wartehäuschens auf Seesteraner Uferseite. Was noch fehlte, war ein „standesgemäßes“ WC. Das vereinseigene Klohäuschen, das seither auf Neuendorfer Seite sein versteckt-beschauliches Dasein fristet, wurde im Oktober 1998 fertiggestellt. Und im Juni 2004 feierte die Crew des Sööten Ecks Premiere mit ihren Verkaufsstand, an dem es nicht nur zu den Thementagen jahreszeitlich abgestimmte Leckereien gibt.

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