Hochwasserschutz : 2400 Säcke pro Stunde

Demonstrierte das Arbeiten an der Sandsack-Füllmaschine:  Veronika Westphal.
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Demonstrierte das Arbeiten an der Sandsack-Füllmaschine: Veronika Westphal.

Die Glückstädter Feuerwehr präsentiert ihre neue Füllmaschine für die Katstrophenfall – sie füllt bis zu 2400 Säcke in der Stunde mit Sand.

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29. Januar 2018, 05:25 Uhr

„Ich bin erleichtert, dass wir jetzt in der Lage sind, innerhalb kürzester Zeit leistungsfähig tätig zu werden, wenn unsere Deiche bei einer Sturmflut gefährdet sind“, kommentierte gestern Mittag Bauamtsleiter Lüder Busch die jüngste Investition für die Feuerwehr.

Über die rund 120 000 Euro teure Sandsack-Füllmaschine für den örtlichen Katastrophenschutz war lange gerungen worden. Muss es wirklich ein großer Abroll-Container sein, tut es vielleicht nicht auch ein zweirädriger Anhänger mit Sandsack-Fülltrichter? Am Ende setzte sich Wehrführer Ties Tießen mit seinen Argumenten durch. Und das Land steuerte dann eine Sonderbedarfszuweisung von 80 Prozent bei.

Gestern kamen Vertreter aller politischen Parteien, Bürgermeisterin Manja Biel, Polizeirevierleiter Ralf Kist und Glückstadts Stationsleiter Michael Gohr zur Präsentation der neuen Maschine, die im Rahmen des Neujahrsempfang der Feuerwehr stattfand.

Wird Sand benötigt, wird der Abrollbehälter mit dem Wechselladerfahrzeug an den betreffenden Ort gefahren. dorthin gebracht, wo er benötigt wird. Mit Hilfe eines Radladers wird der Trichter am Gerät ständig mit Sand befüllt, während auf der anderen Seite vier Feuerwehrleute an vier Stutzen die Sandsäcke füllen. Die Säcke werden anschließend auf zwei Arbeitstische abgelegt, dort von vier unter einem Dach stehenden Einsatzkräfte mit Handnähmaschinen in Windeseile zugenäht und einem dritten Feuerwehrmann übergeben. Dieser legt die Säcke auf Paletten ab, die dann zur Deichbruchstelle oder an die Stöpe gefahren werden können.

„Für einen zu füllenden Sandsack brauchen wir sechs Sekunden. Somit schaffen wir 2400 Säcke in der Stunde“, erklärte Feuerwehrgerätewart Sönke Rix während der Präsentation. Bricht einmal am Handnähgerät die Nadel ab oder das Garn ist alle, stehen vier Ersatzgeräte zur Verfügung. Und ein Notstromaggregat und ein hoher Lichtmast sorgen für einen taghellen Arbeitsbereich.

„Ich freue mich über diese Anschaffung zu unserer aller Sicherheit und hoffe natürlich gleichzeitig, dass wir die Sandsackfüllmaschine niemals bei einer Katastrophenlage brauchen“, erklärte Bürgermeisterin Biel. Sie ließ sich von Veronika Westphal den Umgang mit der Handnähmaschine erklären und nähte dann ihre ersten eigenen Sandsäcke zu. Was am Ende problemlos klappte und somit signalisiert, dass bei einer schweren Sturmflut nicht zwingend Feuerwehrleute allein die Sandsack-Füllmaschine bedienen müssen.

„Ich sehe durchaus den Ansatz, dass sich Freiwillige bei der Stadt melden um sich bei Gefahr im Verzuge von Feuerwehrleuten in die Handhabung der Maschine einweisen zu lassen“, sagte der CDU-Stadtvertreter Dr. Manfred Lück.

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