Betrieb ab Sommer 2015 : 24 Fahrten am Tag: Neue Details zur Elbfähre Brunsbüttel-Cuxhaven

Kurzes Gastspiel: Nur von August 1999 bis März 2001 fuhr die Elbe-Ferry zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven.  Die Schiffe waren zu alt für einen verlässlichen und rentablen Betrieb. Nun ergibt ein neues Gutachten: Mit modernen Fähren könnte sich ein Neustart lohnen.
Kurzes Gastspiel: Nur von August 1999 bis März 2001 fuhr die Elbe-Ferry zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven. Die Schiffe waren zu alt für einen verlässlichen und rentablen Betrieb. Nun ergibt ein neues Gutachten: Mit modernen Fähren könnte sich ein Neustart lohnen.

Die Pläne für die wiederbelebte Elbverbindung werden konkret. Ab Sommer 2015 sollen zwei Fähren zum Einsatz kommen. Die Einzelheiten.

shz.de von
15. Mai 2015, 15:03 Uhr

Brunsbüttel | Wirtschaftlich und touristisch rücken die Städte Brunsbüttel und Cuxhaven in den kommenden Monaten wieder näher zusammen. Im Sommer 2015 wird die eigens für den Fährdienst gegründete Elb-Link Reederei GmbH aus Cuxhaven den Betrieb aufnehmen.

Zum Einsatz kommen zunächst zwei moderne Doppelendfähren, ein drittes Fährschiff ist ab 2016 in Planung. In wenigen Wochen sollen die Fährschiffe für ein „Open Ship“ erstmals in Cuxhaven und Brunsbüttel festmachen.

Die Elb-Link Reederei GmbH plant 24 Fährfahrten pro Tag – und damit jeweils zwölf Abfahrten im Eineinhalb-Stunden-Takt ab Brunsbüttel und Cuxhaven. Die 2010 gebauten Doppelendfähren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 16 Knoten haben eine Ladekapazität von 160 Pkw bzw. 52 Pkw und 16 Lastzügen – und können 600 Personen befördern. Die Fahrtdauer beträgt etwa 70 Minuten. Für Pkw kostet eine Fahrt inklusive Fahrer 25 Euro, bei Online-Buchung 23 Euro. Für Fuhrunternehmen richtet sich der Fahrpreis nach der Größe der Lkw. Großkunden sollen spezielle Konditionen erhalten.

Diese Details wurden heute in einer Pressekonferenz der egeb Wirtschaftsförderung  im Beisein von Christian Schulz, Geschäftsführer der Elb-Link Reederei, und Vertretern der Politik am Elbehafen Brunsbüttel bekannt.

Gutachter bescheinigen der Fährverbindung Brunsbüttel-Cuxhaven enormes Potenzial. Das Planungs- und Ingenieurbüro BalticMarineConsult GmbH aus Rostock ging bereits in einer 2012 im Auftrag der egeb Wirtschaftsförderung erstellten Studie von einem Verkehrsaufkommen von jährlich 265.000 Pkw und 48.000 Lkw sowie 625.000 Passagieren aus – Tendenz steigend.

„Ich freue mich, dass die intensive Suche nach einem Investor zum Erfolg geführt hat. 14 Jahre ohne Fährverbindung Brunsbüttel-Cuxhaven – das war eine sehr lange Zeit“, sagte Stefan Mohrdieck, Bürgermeister der Stadt Brunsbüttel.

Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im SH- Wirtschaftsministerium, sieht in der Fährlinie einen großer Gewinn für den Norden.  „Denn sie wird einen erheblichen Beitrag zur Entlastung der A7 während der umfangreichen Ausbauarbeiten in den nächsten Jahren leisten.“ Und weiter: „Sie wird zugleich – gewissermaßen im Vorgriff auf die künftige Elbquerung – im Rahmen der A20 die Ost-West-Verbindung zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen deutlich stärken.“

Mit der Inbetriebnahme der Fährlinie entstehen zunächst rund 50 neue Arbeitsplätze, inklusive der Beschäftigten für das Selfservice-Restaurant mit rund 400 Sitzplätzen, der Kaffee-Lounge sowie einem Shop mit Reiseutensilien und Souvenirs. Die Investition liegt nach Angaben der Reederei im Millionen-Bereich. Am Anleger in Brunsbüttel sollen unter anderem eine neue Lichtanlage installiert und eine Rampe verlängert werden. Angedacht ist die Erweiterung der so genannten Vorstauflächen für den Güterverkehr.

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