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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 11:30 Uhr

2086 Freiwillige wollen helfen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Typisierungsaktion: Ansturm in Breitenberg übertraf am Wochenende alle Hoffnungen und Erwartungen / Dank an die vielen Helfer und Unterstützer

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2014 | 16:45 Uhr

Die Aktion war eine Hoffnung, die Realität stellte alles in den Schatten: Genau 2086 Menschen aus den Moordörfern und dem ganzen Kreis Steinburg kamen am Wochenende auf das Gelände der ehemaligen Grundschule in Breitenberg, um sich mit prominenter Unterstützung als mögliche Spender für den kleinen krebskranken Jendrik (5) registrieren zu lassen.

Bei der großen Typisierungsaktion galt es jedoch zunächst einmal Geduld zu haben. Nachdem die Organisatoren auf 1000 Teilnehmer gehofft hatten, war es zum geplanten Ende der Aktion bereits die doppelte Zahl, die in einer 200 Meter langen Schlange geduldig bis zu mehr als einer Stunde wartete.

Bei diesem Andrang war es nötig, dass die die Freiwillige Feuerwehr den Verkehr regelte. Autos parkten auf einer eigenen Koppel und über Hunderte Meter am Straßenrand. Den Freiwilligen wurde in der Turnhalle von erfahrenem Personal Blut abgenommen. 20 Schreiber, 13 Blutabnehmer und zwei Ärzte waren in zwei Schichten an langen Tischen im Einsatz, also insgesamt über 70 Helfer vor Ort.

Persönlich begrüßt durch den Landrat des Kreises Steinburg, Torsten Wendt und Propst Dr. Thomas Bergemann, hielten die Teilnehmer wacker in der Schlange durch. Karin Schultz aus Agethorst, die mit ihrer Tochter gekommen ist, sagte: „Es hat mich betroffen gemacht und sehr berührt, als ich es gelesen habe. Hier wurden wir ganz toll mit Wasser und Kaffee versorgt.“

Auch die Helferinnen waren waren überwältigt. „Der Andrang war so groß, aber es hat alles super geklappt“, sagte beispielsweise Heidi Mevs. Und Tina Malzkorn ergänzte: „Sie haben viel Geduld gehabt. Das war angenehmer Stress.“ Helferin Nina Boch (22) aus Itzehoe sagte: „Da ich als Arzthelferin die Hintergründe kenne, habe ich sofort mitgeholfen. Alle haben sich mit viel Freude beteiligt das habe ich so noch nicht erlebt.“

Nachdem auch ganze Sportmannschaften dem Aufruf gefolgt waren, war kurz vor 16 Uhr das Material für die Blutabnahme – Spritzen, Kanülen und Makros – aufgebraucht. „Wir wollten aber niemanden nach Hause schicken, und so wurde dann umgestellt auf eine Speichelprobe mit Wattestäbchen. Das Blut zu analysieren, geht zwar schneller, aber beides ist möglich und genauso effektiv“, schilderte der Mitorganisator Ulf Hilbert.

All dies geschah zu einem bunten Beiprogramm bei Würstchen, Getränken und Kuchen mit Ponyreiten, einer Hüpfburg und einem Zirkuszelt und Geschicklichkeitsparcours der Jugendfeuerwehr, so dass die Kinder auch noch etwas davon hatten. Moderiert durch Jörg Lotze, gab der Schauspieler und Sänger Fabian Harloff („Notruf Hafenkante“) ein Konzert gemeinsam mit der Stimme der Zeichentrickfigur „BOB der Baumeister“. Sie sangen mit allen Kindern das Baumeisterlied „Wir schaffen das!“

Auch der Vater von Jendrik war überwältigt von dem großen Erfolg. Torben Rademacher sagte: „Ich hatte im Vorwege bei den Anmeldungen schon mitbekommen, dass viele helfen wollten. Von dem tatsächlichen Ansturm bin ich jetzt aber total überrascht.“ Das zeige, dass die Gesellschaft zusammen rückt, wenn es drauf ankommt. „Wir fühlen uns sehr unterstützt durch die vielen Freunde und vor allem die vielen Fremden, die hierhergekommen sind, um uns etwas Gutes zu tun.“

Die Organisatoren Ulrike Petersen, Barbara Stenzel und der stellvertretende Bürgermeister Uwe Schmidt von der Initiativgruppe „Lebensretter gesucht!“ dankten allen, die die Aktion ermöglichten. „Wir hatten viel Arbeit in der Vorbereitung und rücksichtsvolle Arbeitgeber, die das zuließen“, sagte Ulrike Petersen. Mitorganisator Ulf Hilbert fasste schließlich zusammen: „Wenn gefeiert wird, sind viele dabei, wenn es Not gibt, sind noch mehr dabei. Heute ist das eine Nummer größer, und wir haben alles gut gemeistert.“

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