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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 14:40 Uhr

2014 ist ein gutes Jahr für Störche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

294 Paare wurden in Schleswig-Holstein gezählt / Auch die Zahl der Jungtiere hat zugenommen

Noch nie waren die Storchenzahlen im Land so hoch. Insgesamt gab es auf den Horsten 294 Paare, 22 mehr als im Vorjahr und sogar 81 mehr als im Jahr 2001. Diese Bilanz zogen die Storchenbeauftragten und
-fachleute aus Schleswig-Holstein bei der jährlichen Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft Storchenschutz des NABU Schleswig-Holstein im Michael-Otto-Institut in Bergenhusen.

Insgesamt 518 Jungstörche seien flügge geworden, berichtete Uwe Peterson, Referent Storchenschutz. Im Vorjahr waren es 100 weniger, im Jahr 2001 sogar nur 305. 217 Storchenpaare hatten Nachwuchs nach 185 im Vorjahr, 77 Paare blieben ohne Junge (Vorjahr 87). Auch die fütterungsabhängigen Storchenpaare aus den Tier –und Wildparks haben zugenommen um drei auf 66 Paare und von 115 auf 135 Jungstörche. Der Bestand an Schwarzstörchen – ein sehr scheuer Vogel, wird auf sieben bis zehn Paare geschätzt.

Sehr zufrieden mit der Entwicklung war NABU-Landesvorsitzender Hermann Schultz: „Nur durch die ehrenamtliche Arbeit der Storchenbeauftragten, die sich um die Nestpflege, Neubau von Nestern, Beringung und Datenerhebungen kümmern, ist die wissenschaftliche Arbeit möglich, die uns oftmals zu neuen Erkenntnissen führt.“

Einen Überblick über die Entwicklung der Storchenpopulation gab Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto Institut. Seit 2009 steige der Bestand, das liege hauptsächlich an den Westziehern über Gibraltar und Südspanien. Die Verbreitung im Land aber verändert sich. So ist zu erkennen, dass im Nordwesten und der nördlichen Geest die Bestände abnehmen, im Südosten und Süden des Landes gibt es Zunahmen. Negativen Einfluss hat vielfach der hohe Anteil an Maisanbau und der Rückgang an Grünlandflächen.

Auch die Alterspyramide verändert sich. Das Durchschnittsalter beträgt jetzt 6,4 Jahre, wenige Tiere sind zwischen 25 und 30 Jahren. Der Anteil der zweijährigen Brutvögel liegt bei elf Prozent. Die Westzieher haben weniger Verluste bei der Überwinterung als die Ostzieher, die über die Türkei in die Winterquartiere im Tschad und Sudan ziehen, und können im Schnitt zwei Jahre länger Junge aufziehen. Ein Phänomen ist, dass verstärkt auch einjährige Störche in den hiesigen Brutgebieten auftauchen – Erklärungen dafür gibt es noch nicht. „Der Blick auf die Bestandsentwicklung ist eine total spannende Angelegenheit“, so Thomsen. Diese neuen Erkenntnisse können nur durch Ablesungen gewonnen werden, da seit 2003 wieder beringt wird.

In den vergangenen Jahren wurden viele Nester erneuert und in einigen Regionen neue Nester errichtet, vielfach mit Erfolg. Jedes Storchenpaar hat jetzt statistisch gesehen ein Ersatznest. Da ein Drittel der betreuten Störche Westzieher sind, hat sich das Bergenhusener Institut dem Projekt der „Storch-Schweiz“ angeschlossen. Es untersucht Zugverhalten und Nahrungsaufnahme sowie deren Auswirkung auf die Störche, die in Spanien überwintern. Innerhalb von 30 Jahren hat sich die Population der Störche in Spanien im Winter auf rund 60 000 verzehnfacht. Auf Mülldeponien fänden sie genug Nahrung, nähmen aber dadurch auch Schadstoffe und Krankheitskeime auf, so Thomsen.

„Oskar“ und „Tina“ aus Bergenhusen wurden mit GPS-Loggern auf dem Rücken ausgerüstet. Daten wie Position, Flughöhe, Geschwindigkeit und Temperaturen werden gespeichert und weitergeleitet an die Vogelwarte in Radolfzell. Von dort erhält Thomsen die Daten zur Auswertung. „Oskar“ ist in den Pyrenäen zu Tode gekommen wahrscheinlich durch einen Steinadler. Der funktionierende Sender ist geborgen worden. Schließlich stellte Thomsen den Zug der mit Sendern ausgerüsteten Störche über die West- und Ostroute vor. Diese können auch im Internet verfolgt werden.


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erstellt am 01.Okt.2014 | 14:37 Uhr

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