20 Millionen-Investition für Chemiewerk in Brunsbüttel

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Schülke & Mayr: Bayer-Industriepark hat sich gegen drei ausländische Standorte durchgesetzt

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15. Juli 2015, 10:58 Uhr

Es geht auch anders: Die Schleusenstadt mit dem landesweit größten zusammenhängenden Industriegebiet verzeichnet nicht nur Abgänge wie zuletzt die CFB. Mit Schülke & Mayr aus Norderstedt ist es gelungen, in Brunsbüttel ein neues Chemieunternehmen anzusiedeln. Dafür will die Norderstedter Firma, die an ihrem Sitz keine Kapazitäten mehr hat, für 20 Millionen Euro eine Produktionsstätte im Bayer-Industriepark errichten. 2017 sollen die angepeilten 20 Mitarbeiter aus der Region dort die Produktion von technischen Konservierungsstoffen aufnehmen, die Kühlschmierstoffe schützen oder Schlammbildungen in biodieselhaltigen Kraftstoffen verhindern. In einer Bürgerinformation am Montagabend stellte Silke Wüstermann (Foto) von der Schülke-Geschäftsführung das Projekt vor.

„Wir sind ein wachsendes, ein gesundes Unternehmen“, betonte Wüstermann. Damit die Produktion mit der Entwicklung Schritt halten könne, müssten Kapazitäten außerhalb Norderstedts hinzukommen. Dabei habe sich der Bayer-Industriepark dank guter Infrastruktur gegen drei denkbare Produktionsstätten im Ausland durchgesetzt. Die 1,24 Hektar große Fläche grenzt unmittelbar an Bayer MaterialScience an. Kein Zufall, denn wie Bayer nutzt auch Schülke Formalin für die Produktion der Konservierungsstoffe. Ein weiterer für die Produktion verwendeter Stoff ist Amin. Beide Substanzen werden nach Produktionsbeginn mit vier Tanklastern täglich angeliefert, zehn Tank-Lkw werden das Werk täglich mit dem Endprodukt verlassen. Die Erschließung des Werks erfolge von der B  5 aus über den Holstendamm. Verkehr über die Fährstraße erfolge nicht, betonte Planerin Anja Gomilar vom Hamburger Architekturbüro Elbberg mit Blick auf die Anwohner des Wohngebiets in Brunsbüttel-Süd. Das sei zudem rund 1,5 Kilometer entfernt.

Zwar hatten sich nur wenige Brunsbütteler auf den Weg ins Rathaus gemacht, um sich über das Vorhaben zu informieren. Doch gerade die erschienenen Nachbarn des Industriegebiets erwiesen sich als sehr sachkundig. Silke Wüsterberg konnte in dem frühen Stadium noch nicht alle Fragen beantworten, kündigte denn auch an: „Wir werden die Öffentlichkeit und die zukünftigen Nachbarn in den nächsten Wochen auf dem Laufenden halten, wie der Genehmigungsprozess voran schreitet.“ Bauamtsleiterin Astrid Gasse ergänzte, dass die Ansiedlungspläne demnächst auch Thema im Ortsbeirat Süd sein würden.

Für die Anwohner betonte ein sehr kritisch nachfragender Günther Schweitzer, dass sie die größtmögliche Sicherheit erwarten – Schülkes Produktionsstätte zählt zur Liste der so genannten Störfallbetriebe. Zugleich sagte er: „Wir sind nicht gegen die Industrie!“ Dieser Aussage schloss sich auch Norbert Pralow vom BUND Dithmarschen an: „Brunsbüttel braucht Arbeitsplätze.“ Dennoch müsse Mensch und Umwelt Genüge getan werden.

Die Planungsunterlagen für den B-Plan 76 sollen Ende des Jahres öffentlich ausgelegt werden. Die Stadt will diese Informationen auch auf ihrer Homepage veröffentlichen.

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