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In die Zukunft : 19,3 Millionen Euro für das Isit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer Fraunhofer-Institut ist eine von 13 Einrichtungen in der „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland“.

shz.de von
erstellt am 07.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Eine Deutschlandkarte. Reichlich Standorte im Osten und Süden sind aufgeführt, die viele Millionen Euro erhalten. Dann lange nichts – aber im Norden noch ein „einsamer Leuchtturm“. Das sagt dessen Leiter Axel Müller-Groeling, und gestern ist ein schöner Tag für ihn: Das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (Isit) bekommt vom Bundesforschungsministerium 19,3 Millionen Euro. Denn es ist Teil der „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland“ (FMD).

13 Institute bundesweit werden insgesamt mit 350 Millionen Euro gefördert, elf aus der Fraunhofer-Gesellschaft und zwei aus der Leibniz-Gemeinschaft. „Die Entwicklungen werden immer schneller“, sagt Müller-Groeling über das Feld der Mikroelektronik, eine „Schlüsselindustrie“ für viele Branchen. Damit Schritt zu halten, funktioniere nur, wenn Kompetenzen gebündelt würden. Denn bisher sei in den einzelnen Instituten meist getrennt geforscht worden. FMD dagegen ist konzipiert als eine Forschungsfabrik, die standortübergreifend arbeitet, aber eine gemeinsame Geschäftsstelle hat. „Man weiß, wo man anrufen kann“, so der Isit-Leiter.

Alles aus einer Hand im Bereich der Mikro- und Nanoelektronik, das ist das Ziel. „Wir wollen die Digitalisierung nicht nur mitmachen, wir wollen sie mitgestalten“, betont Sebastian Jester vom Bundesforschungsministerium. Die Bündelung bringe mehr Schlagkraft, und die gemeinsame Marke FMD erhöhe international die Chancen. Hinzu komme eine „Top-Ausrüstung“.

Das freut Müller-Groeling, denn der größere Teil der Isit-Anlagen ist acht Jahre alt oder älter – und damit nicht mehr auf modernstem Stand. In den kommenden drei Jahren soll sich das ändern, erste Investitionen werde es in diesem Jahr geben, sagt Geschäftsfeld-Leiter Holger Kapels. So wird künftig nicht nur Silizium als Basis dienen, sondern auch Gallium-Nitrid. „Das ist für den Standort eine neue Technologie“, so Kapels. Sie ermöglicht deutlich kleinere Bauteile mit wesentlich geringeren Verlusten, beispielsweise für Stromrichter im Bereich der erneuerbaren Energien oder der Elektromobilität. Doch es bestehe noch großer Entwicklungsbedarf. Zwölf der fast zwanzig Millionen Euro fließen in diesen Bereich.

In einem anderen Technologiepark – so werden die vier Arbeitsfelder genannt – geht es um neue Anlagen für hochempfindliche Sensoren oder Aktoren für die Medizintechnik, Mikro-Lautsprecher oder Mikrospiegel, wie sie in Laserscannern für autonomes Fahren benötigt werden. Systeme für präzise Montage sowie für die Messungen während der Entwicklung gehören ebenfalls zum Paket.

Mit dem neuen Gerätepark könne das Isit der Industrie zukunftsweisende Fertigungsverfahren anbieten, so Müller-Groeling. „Ein weiterer wichtiger Meilenstein“, kommentiert Martin Schneider, Leiter des Vishay-Standortes. Seit 20 Jahren werde erfolgreich kooperiert, und das werde in den nächsten Monaten um weitere zehn Jahre verlängert. Auch Volker Herbig vom Chip-Hersteller X-Fab ist guter Dinge, die „Erfolgsstory“ mit dem Isit fortschreiben zu können. Das freut die Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich (CDU) und Karin Thissen (SPD). „Es ist sehr gut angelegtes Geld“, sagt Helfrich.

Es müsse natürlich gelingen, finanzierte Forschungsprojekte für das Isit an Land zu ziehen, sagt Müller-Groeling. Die Chancen seien sehr gut, wenn es auch eine Anlaufzeit brauchen werde. Aber er erwartet „in den nächsten zwei bis drei Jahren eine auskömmliche Auslastung“. Und einige neue Arbeitsplätze noch dazu.

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