Bürgermeisterwahl: : 17 000 Heider entscheiden am Sonntag

In Heide entscheiden die Bürger über die Besetzung der Verwaltungsspitze.
In Heide entscheiden die Bürger über die Besetzung der Verwaltungsspitze.

Amtsinahber Ulf Stecher und die Gegenkandidaten Oliver Schmidt-Gudzat sowie Thomas Volgt stehen zur Wahl.

shz.de von
06. September 2018, 11:32 Uhr

Geballtes Verwaltungsfachwissen gegen die Ideen eines visionären Ostholsteiners contra Emotionalität und Ungeduld des Quereinsteigers. Das ist die Ausgangssituation, wenn am Sonntag die Heider ihren Bürgermeister wählen. 17 567 Wahlberechtigte sind in Dithmarschens Kreisstadt aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen ebenso wählen wie EU-Bürger. Von der Möglichkeit der Briefwahl machten bisher mehr als 1300 Menschen Gebrauch.

Ulf Stecher (CDU), Oliver Schmidt-Gutzat (SPD) und Thomas Vogt (parteilos) schicken sich an, das Oberhaupt des Dithmarscher Mittelzentrums mit seinen 21500 Einwohnern zu werden. Vor dem neuen Rathaus-Chef liegen acht Jahre. Die besten Chancen werden Amtsinhaber Ulf Stecher eingeräumt. Der 51-Jährige, seit Dezember 2002 Chef der Verwaltung, tritt zum dritten Mal an, und hofft auf seine Wiederwahl. Er habe einen „guten Plan für Heide“, betont Stecher, und wolle die Stadt mit „klarem Kurs“ weiter voranbringen. Als konkrete Vorhaben liegen ihm eine lebendige Innenstadt, die Stärkung der Familienfreundlichkeit und ein Ausbau der Kooperation mit dem Heider Umland besonders am Herzen. Kritiker bemängeln, dass Projekte wie zum Beispiel der Hallenneubau am Schulzentrum Heide-Ost, zu lange dauerten und viel Geld verschlängen.

Herausforderer Oliver Schmidt-Gutzat treibe schon länger der Gedanke um, Bürgermeister einer größeren Kommune zu werden. Der 49-Jährige gebürtige Preetzer studierte Rechtswissenschaften. Es folgten Stationen im Ausland. Unter anderem half Schmidt-Gutzat im Auftrag der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf dem Balkan und später in Afghanistan beim Aufbau von Verwaltungsstrukturen. Derzeit arbeitet Schmidt-Gutzat im Ordnungsamt von Eutin. Dort läuft sein Arbeitsvertrag Ende des Monats aus.

Thomas Vogt tritt, wie schon 2002, als Einzelbewerber an. Ohne Probleme brachte der Heider die gesetzlich geforderten 135 Unterschriften zusammen. „Die einzige Partei, die ich habe, sind die Bürger Heides. Ich komme aus ihrer Mitte, fühle mich ihnen verbunden und werde für deren Wohl kämpfen“, lautet die Botschaft des Gastronomen. Seiner Überzeugung nach könne Heide noch weit mehr bieten und auch vieles rascher umsetzen. „Wir haben vor allem großes Potenzial im Tourismus“, sagt er. Sollte er das Rennen machen, will Vogt ehrgeizige Ziele umsetzen. Dem gelernten Kaufmann schwebt vor, die Verwaltung zur „Denkfabrik mit Ehrenamtlern und den Spitzen aus den Fachbereichen“ zu machen.


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