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Regionale Wirtschaft : 16 Kommunen – ein Konzept

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Stadt Itzehoe und 15 Umlandgemeinden arbeiten an einem Konzept für den Ausbau und die Entwicklung von Gewerbeflächen.

von
erstellt am 11.Apr.2016 | 05:46 Uhr

Neue Betriebe ansiedeln oder die vorhandenen in Itzehoe halten – das ist eine der Kernaufgaben von Thomas Carstens, seit er im Rathaus den Posten des Wirtschaftsförderers übernommen hat. Ein Problem begleitet ihn dabei: „Es gibt immer wieder Anfragen, die wir nicht bedienen können, weil die passenden Flächen fehlen.“ Um das zu ändern, wird jetzt über die Stadtgrenzen hinausgeschaut: Itzehoe und 15 Umlandgemeinden arbeiten an einem Konzept für die Entwicklung von Gewerbeflächen (Gefek).

Zusammen bilden die 16 Kommunen die Region Itzehoe. Teils sei diese ein ungehobener Schatz, meint Carstens: „Gefek ist ein gutes Projekt für die optimale Entfaltung der interkommunalen Zusammenarbeit.“ Vorangetrieben wird es von den Ämtern und dem Bauamt der Stadt, nach einer Preisumfrage wird jetzt ein Büro ausgesucht, das ein Konzept erstellt „als Leitfaden und konkretes, standortscharfes Handbuch für die Gewerbeflächenentwicklung in der Region Itzehoe“, wie es in den Anforderungen heißt. Und zwar für den Zeitraum bis 2030. Die Kernfragen darin: Was gibt es für Flächen für Industrie und Gewerbe? Wie zukunftsfähig sind sie? Was kann aus bestehenden Standorten gemacht werden, wo könnte es neue geben? Und was kostet das? Denn für Gewerbeflächen müsse aus den klammen Haushalten investiert werden, dafür brauche es das Gefek als gute Basis, sagt Carstens. „Entscheidend ist: Wo ist ein bedarfsgerechtes Angebot überhaupt möglich?“

Ein wichtiger Faktor sei die Autobahn. Ein Gutachten für die Achse A23/B5 habe positive Aussagen zu Itzehoe-Nord gebracht. Der dortige Innovationsraum ist allerdings Technologie-Unternehmen vorbehalten, am Dwerweg ist nicht mehr viel Platz. Größere Flächen gibt es in der Kreisstadt ansonsten noch auf Alsen, aber nicht in der Hand der Stadt: „Ein Privater will in erster Linie beim Verkauf Gewinn erzielen“, sagt Carstens. Ansiedlungen, Jobs und Kaufkraft seien dagegen für die Kommune entscheidend. Oder eben für die Region: Die Gewerbeflächen müssten nicht in der Stadt sein, so der Wirtschaftsförderer. Er denkt dabei zum Beispiel an Dägeling und hofft auf den Zusammenhalt der Gemeinden: „Wie wollen wir konkurrieren in der Metropolregion, wenn wir es nicht schaffen, im Schulterschluss die richtigen Flächen anzubieten?“ Die Kooperation sei schon belohnt worden, indem die Aktiv-Region eine 65-prozentige Förderung in Aussicht gestellt habe für das Gefek, dessen Gesamtbudget bei 74  000 Euro liegt. Wenn dann Flächen in einer Gemeinde entwickelt werden sollen, ist noch zu klären, ob sich auch die anderen daran beteiligen. Denn sie könnten beispielsweise als Wohnort profitieren, erklärt Carstens.

Doch zuerst brauche es das Gefek als Grundlage. Und auch wenn es 16 beteiligte Kommunen seien, gelte es dann zu entscheiden, wo in die Entwicklung von Gewerbeflächen investiert werde, sagt der Wirtschaftsförderer. Denn die Region stehe im Wettbewerb: „Die Entscheidung ist fast schon überfällig.“

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