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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 13:55 Uhr

Sammler : 1500 Spiele im Regal

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Lothar Schramm hat ein ungewöhnliches Hobby: Er sammelt Spiele. 1500 hat er bereits in seinen Regalen stehen. Auf Einkaufstour geht der Kremper meist auf Flohmärkten.

Lothar Schramm ist ein Spieler. Nein, keiner von der Sorte, die Haus und Hof im Casino riskieren. Der Kremper sammelt Gesellschaftsspiele. Rund 1500 hat er über die Jahre zusammengetragen – „und die meisten davon auch schon durchgespielt“, wie der 61-Jährige versichert.

Wer das Heim von Lothar Schramm betritt, wird gleich links in einen Raum geführt, an dessen Wänden sich bis zur Decke unzählige Spielkartons stapeln. Einige Spiele seien „einfach nur sehr schön“, andere habe er sich gekauft, weil ihn das Spiel als solches interessiere. „Allein von Vier gewinnt besitze ich 40 bis 50 Varianten“, erzählt er.

Gerade erst hat Schramm etliche Spiele der örtlichen Bücherei gespendet. „Da waren viele Doppler bei“, verrät er. Außerdem sei er dabei, das ein oder andere Spiel aus seiner Sammlung zu nehmen. Auf Einkaufstour geht der Kremper gern auf Flohmärkten, wo er schon das diverse Schnäppchen gemacht hat. Nur ein Spiele-Profi weiß schließlich, welchen Wert ein Spiel besitzt – oder auch nicht.

Schramm hat zwei Spielezeitungen abonniert und ist Mitglied in der europäischen Spielesammler-Gilde. Ihm macht niemand mehr etwas vor, wenn es um Qualität und Preis geht. Einmal im Jahr fährt er zur Spielemesse nach Essen, wo es tagelang nur um den Spaß am Spiel geht. Einen Spaß, den Schramm auch gern anderen Menschen vermittelt.

Seit 20 Jahren setzt Schramm Spiele gezielt im Sozial- und Bildungsmanagement ein. Das Integrieren von „spielerischen Elementen“ sei auf der Fortbildungsschiene sehr sinnvoll und sorge für Bewegung und zusätzliche Motivation. Angefangen bei Schülern bis hin zu gestandenen Handwerksmeistern. Generell gelte es, „das Kulturgut Spiel hochzuhalten“.

Der 61-Jährige war jahrelang Leiter des Glückstädter Jugendzentrums. Studiert hat er Sozialpädagogik. Das war die Zeit, in der seine Spiele-Leidenschaft geweckt wurde. „Spielpädagogik war sogar Teil meines Examens“, sagt er. Erst vor kurzem hat er für den Kremper Arbeitskreis „Aktiv ins Alter“ einen Spielenachmittag organisiert. Weitere Veranstaltungen sollen folgen, schließlich geht Schramm Mitte Oktober in Rente, und dann sei mehr Zeit für sein großes Hobby vorhanden.

Wenn Schramm in seinen eigenen vier Wänden spielt, dann nicht zu festen Zeiten, sondern ausschließlich, wenn er Lust dazu hat. Auch seine Tochter besitze schon „eine stattliche Spielesammlung“, merkt der Kremper an. Am liebsten spiele er „abstrakte Spiele“, bei denen es weniger um Regeln gehe, als vielmehr um das Spielverständnis an sich. Und manchmal schaue er sich seine Spiele einfach nur an. Schließlich sei er nicht nur Spieler, sondern auch leidenschaftlicher Sammler.




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erstellt am 31.Aug.2013 | 18:45 Uhr

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