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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 14:31 Uhr

SPENDEN : 150 000 Euro für die Opfer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

150000 Euro wurden auf dem Spendenkonto der Stadt gesammelt. Sie kamen 70 Menschen zu Gute.

von
erstellt am 07.Mai.2014 | 05:00 Uhr

Mehr als acht Wochen sind seit der Explosion in der Schützenstraße vergangen – „und die Katastrophe beschäftigt uns immer noch“, sagt Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. „Es ist kein Ereignis, das wir je wieder vergessen werden.“ Er sei überwältigt von der Spendenbereitschaft der Itzehoer. Mit der Summe habe er nie gerechnet: Mehr als 150 000 Euro kamen zusammen.

Die größte Einzelspende überbrachten jetzt Holger Schlüter vom Edendorfer SV und Astrid Kunze vom SV Wellenkamp: 22 721,77 Euro aus dem Benefizspiel mit dem FC St. Pauli. Nicht nur das sei toll, sagte Koeppen. „Es tat der Stadt auch gut, dass das Stadion mal belebt war.“

Er sei damals einfach spontan los gelaufen, obwohl er bei St. Pauli niemanden kannte, erzählte Holger Schlüter. „Ich bin einfach hingefahren und habe gefragt.“ Dass die anderen Itzehoer Fußballvereine mitziehen, sei „überhaupt keine Frage“ gewesen, sagte Astrid Kunze. „Es war kein Ding, die Vereine auf einen Haufen zu bekommen, auch wenn sonst nicht immer alle einer Meinung sind.“ Es sei zwar ein Kraftakt gewesen, in so kurzer Zeit alles auf die Beine zu stellen. Doch es habe sich gelohnt.

Es habe sich einmal mehr gezeigt: „Wenn man eine Idee hat, sollte man auch versuchen sie auszuführen“, sagte Bürgervorsteher Heinz Köhnke. Die Beteiligung und Solidarität sei weit über die Region hinaus „phänomenal“ gewesen. Und auch die Stadt habe ihren Teil dazu beigetragen, indem sie schnell und unbürokratisch die Genehmigungen erteilte.

„Jeder Cent geht an die Betroffenen“, betonte Koeppen. Gerüchte, die im Internet kursieren, wonach die Stadt einen Teil der Summe einbehalte oder zum Beispiel für Straßenbau nutze, seien „schlichtweg Quatsch“.

Die Spendengelder seien bis auf 400 Euro bereits ausgezahlt worden, erklärte Holger Pump, Leiter des Amtes für Bürgerdienste. Sie wurden nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel vergeben an Verletzte, Hinterbliebene und Betroffene, die ihre Wohnung verloren haben. In der ersten Runde wurden pro Person 500 Euro gezahlt, später noch einmal je 1000 Euro an Wohnungslose und je 3000 Euro an Hinterbliebene. Rund 70 Menschen wurden bedacht. Zudem wurden die rund 20 000 Euro Beerdigungskosten für die vier Todesopfer von der Stadt als freiwillige Leistung übernommen, nicht aus den Spenden.

Bis auf drei Ausnahmen haben alle Suchenden wieder eine Bleibe gefunden, sagt Andrea Hülsen, Abteilung Sozial- und Wohnungswesen. „Die Allermeisten wollen wieder dorthin zurück.“

„Wir erfahren viel Dankbarkeit und viel Bescheidenheit“, betont Koeppen. Nun gehe es an den Wiederaufbau. Die Stadt sei in stetigem Kontakt mit den Haus-Eigentümern. Diese handeln gerade mit ihren Versicherungen aus, wie es weitergeht. „Die meisten scheinen daran interessiert, die Häuser wieder herzurichten oder neu zu bauen.“

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