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Nach der Explosion : 150 000 Euro – Dank an die Spender

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bürgermeister spricht von einer „unglaublichen Welle der Hilfsbereitschaft“ für die Opfer der Explosion in Itzehoe.

von
erstellt am 04.Apr.2014 | 16:45 Uhr

Gestern Morgen hatte die Verwaltung auf dem Spendenkonto nachgesehen. Dann empfingen Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und Bürgervorsteher Heinz Köhnke einige aus der großen Schar, die gesammelt hatten für die Opfer der Explosion in der Schützenstraße. Koeppen verkündete, es seien bisher 120 000 Euro zusammengekommen, „damit hätte ich nie gerechnet“. Nur wenig später lag die Summe bereits weit jenseits der 140 000 Euro.

Denn eingeladen war auch Holger Schlüter, Vorsitzender im Edendorfer SV und Initiator des Benefizspiels gegen den FC St. Pauli am Dienstag. Der Erlös beträgt rund 20 000 Euro, wie er dem Bürgermeister berichtete. Dieser bekam zudem von dem Motorradclub Dirty Pack Itzehoe 3760,67 Euro überreicht. Dessen Biker-Frühstück am Clubhaus am Sandberg am Sonntag sei „unwahrscheinlich gut angenommen“ worden, sagte Präsident Thomas Grossmann. 1400 Brötchen und zwölf Kilogramm Wurst seien verbraucht worden. Weiteres Geld hatte Kai Scholtysik von der Stonecastle Rock Produktion mitgebracht: Mehr als 400 Euro, gesammelt beim Konzert des Rappers Alligatoah im Wilsteraner Colosseum. Von Tag zu Tag wuchs dank einiger Nachzügler eine Spende der Fehrs-Schule auf nun 924,50 Euro. „Super beglückt“ sei sie damit, so Leiterin Kerit Christensen-Schultz-Collet. Auch Menschen, die selbst wenig haben, hätten gespendet, insgesamt sei die Aktion „eine wunderbare Rückmeldung für die Schulgemeinschaft“.

Zu Beginn blickte Koeppen zurück auf den 10. März. Er sei immer noch mitgenommen von der Explosion mit vier Toten und 15 Verletzten, von denen einer noch im Krankenhaus liegt. Am Vorabend hatte er sich bei den Einsatzkräften bedankt. Deren professionelle Arbeit sei beeindruckend, die Stadt sei gut aufgestellt, falls solch ein Unglück wieder geschehe. Dessen Ursache ist nach wie vor ungeklärt.

Die „unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft“ habe ihn mitgerissen, so Koeppen: „Wir haben gesehen, wie die Stadt zusammenstehen kann.“ Die Sachspenden seien so reichlich gekommen, dass ein Stopp verhängt werden musste, da Betroffene noch keine Wohnung hatten. Inzwischen sind nach Auskunft von Andrea Hülsen, zuständige Abteilungsleiterin im Rathaus, 47 Menschen in neuen Wohnungen, acht Einzelpersonen noch nicht versorgt, von zwölf weiteren fehle derzeit die Rückmeldung. Insgesamt 68 Betroffene erhielten als erste Rate 500 Euro, der Rest werde nach der dafür geschaffenen Richtlinie folgen, so Koeppen. Und „entgegen allem Quatsch“, der teils im Internet zu lesen sei, gelte: „Wahr ist, dass jeder Cent den Betroffenen zugute kommen wird.“

Koeppen und Köhnke dankten den Gästen für ihren Einsatz: Itzehoer Störschipper, Sparkasse Westholstein, Autohaus Eskildsen, Rotarier, Förderverein der Sport-Club Itzehoe Eagles, Fehrs-Schule, Wolfgang-Borchert-Regionalschule – „Sie haben wirklich Großes geleistet“, so Koeppen. Dem schloss sich Köhnke an, lobte aber auch den Verwaltungschef und sein Team: Sie hätten mit sehr hohem Engagement vorbildlich agiert.

Oft seien Katastrophen schnell vergessen, doch hier sei die Spendenbereitschaft auch Wochen später noch hoch, freute sich Köhnke. Den Beleg lieferte die Firma Sterling Sihi: Auf Initiative des Betriebsrats sammelte die Belegschaft, die Geschäftsführung stockte auf. So kamen gut 5400 Euro zusammen – und damit nähern sich die Spenden der Summe von 150 000 Euro.

 

 

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