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Wirtschaft : 15 Millionen in modernes Einkaufsviertel investiert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Großprojekt ist nach zwei Jahren Bauzeit abgeschlossen: Der Umbau des Einkaufsviertels an der Süderstraße in Marne. Die Stadt hat dort ein neue Gesicht bekommen.

von
erstellt am 10.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Die Stadt sei froh, einen Investor gefunden zu haben, der einem bis dahin wenig ansprechenden Marner Viertel ein neues Gesicht geben wolle. Das sagte Bürgermeister Hans-Joachim Möller vor drei Jahren zum Vertragsabschluss über ein fast ausschließlich privat finanziertes Millionenvorhaben, dessen Abschluss gestern gefeiert wurde. Möller zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Dieses Projekt hat die Stadt ein deutliches Stück nach vorn gebracht.“

15 Millionen Euro hat die Flex Fonds Objektgesellschaft in die Hand genommen, um eine umfangreiche Baumaßnahme in der Marne Innenstadt zu realisieren. Unterm Strich, so Gerald Feig, Vorstandsvorsitzender des Flex Fonds, seien sogar 20 Millionen ausgegeben worden. Denn erst nach dem Aufkauf eines Gebäudes 2008 erfuhr der Investor von der Stadt, dass für das Gebiet eine Veränderungssperre bestehe – und mithin der Weg für eine Neubebauung zu war. Damit begannen Gespräche, die dazu führten, dass die öffentlich geförderte Marner Innenstadtsanierung um dieses Areal erweitert wurde. Der Investor schob ein für die Marschenstadt ehrgeiziges Vorhaben an, in dessen Verlauf nicht nur neuer Wohnraum – 34 seniorengerechte Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 2120 Quadratmetern – entstand, sondern auch neue Geschäftsräume auf 5162 Quadratmetern. Die Herausforderung bestand in der Umschichtung der Geschäfte von der einen auf die anderen Seite der Süderstraße, ohne deren Betrieb wesentlich einzuschränken.

Im ersten Abschnitt zwischen Süder- und Centralstraße wurde dort die alte Bebauung komplett abgerissen, nach Fertigstellung Ende 2012 zogen Sky und die Hypo-Vereinsbank dort ein, deren alte Bauten anschließend verschwanden. In den auf dieser Straßenseite errichteten Gebäuden finden sich jetzt Netto und Rossmann. Der Drogeriediscounter war zwei Jahre lang in ein Zelt an der Hafenstraße ausgelagert. Neu enstanden sind Räume für den Textildiscounter NKD und Ernsting’s Family ebenso wie für Kalle-Bäcker. Außerdem entstanden als äußere Abgrenzung zur Neuen Bäckerstraße und der Bahnhofstraße die Wohnungen. „Das war schon ein Kraftakt“, bestätigte gestern Ralf Eric Nestler, Geschäftsführer der Berliner Recona Holding GmbH. Die war als Projektträger verantwortlich für die Baumaßnahmen.

Auf drei Jahre hatte die Stadt das Vorhaben vom ersten Spatenstich am 18. Januar 2012 bis zur kompletten Fertigstellung begrenzt. Denn, so Möller, Marne wollte nicht auf einer Dauerbaustelle sitzen bleiben. Eigentlich, so Ralf Eric Nestler gegenüber unserer Zeitung, sei ein solches Vorhaben auf der grünen Wiese innerhalb von 18 Monaten zu realisieren. Zwar ist die Recona jetzt deutlich unter dem Zeitlimit geblieben, aber schon kurz nach dem ersten Spatenstich gab es ernste Probleme. Unter dem alten E-Werk an der Centralstraße war das Erdreich mit Öl verseucht. Das führte zu Mehrausgaben von 953 000 Euro. „Wir haben dem Investor durch Zuschüsse aus der Städtebauförderung geholfen“, erinnert Bürgermeister Möller. Das waren insgesamt 700 000 Euro – ein Drittel davon musste die Stadt schultern.

Möller ist vor allem über eins froh: „Wenn der Investor zu diesem Zeitpunkt eingepackt hätte, hätten wir auf Jahre hinaus eine brach liegende Fläche gehabt. Mitten in der Stadt.“ Diese Nagelprobe habe aber deutlich gemacht, dass sich Marne auf den Investor verlassen kann. Möller: „15 Millionen für eine Stadt mit weniger als 6000 Einwohnern – das ist eine gewaltige Geschichte!“ Das Ergebnis, so Gerald Feig, sei auf die Zukunft ausgerichtet. Es anzunehmen liege nun bei den Marnern.

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