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Feuerwehr : 140 Jahre – Historie trifft Moderne

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Freiwillige Feuerwehr Glückstadt feiert zwei Tage lang mit Fahrzeugschau, Musik und einem großen Rahmenprogramm.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 17:00 Uhr

1874 hatten die Menschen noch Visionen – so wie auch eine gute Handvoll Glückstädter Männer. Unter der Federführung von Branddirektor Christian Mordhorst hatten sie sich die Umstellung des Löschwesens auf ihre Fahnen geschrieben. Sie erstellten die neue Löschordnung vom 17. Oktober 1874 und die Dienstordnung für das Rettercorps vom 18. Februar 1875. Es war die Geburtsstunde der modernen Feuerbekämpfung in der Elbestadt.

Heute – 140 Jahre später – präsentiert sich die Freiwillige Feuerwehr Glückstadt hochmodern aufgestellt und füllt das Ehrenamt mit einer motivierten und engagierten Mannschaft aus. Davon konnten sich viele Zuschauer in einer zweitägigen Präsentation aus Anlass des 140-jährigen Bestehens der Wehr überzeugen. Das Motto hätte auch „Historie trifft Moderne“ sein können. Denn die auf Hochglanz polierten modernen Glückstädter Einsatzfahrzeuge standen neben liebevoll restaurierten und gepflegten Oldtimern. Im Mittelpunkt: eine originale Handdruckspritze von 1885. Und ein Magirus (Baujahr 1959), der noch 2010 im Einsatz war. Nicht zu vergessen der Benz (Baujahr 1961), den der 88-jährige Karl-Heinz Brügge aus Elmshorn hegt und pflegt.

„Das war auch unsere Absicht“, erklärte Wehrführer Ties Tießen, „die neuen Fahrzeuge sind ja immer mal zu sehen.“ Der 59-Jährige führt die Glückstädter Wehr seit 2004. Ihm zur Seite steht Sven Ferk (54), der seit 2009 das Amt des Stellvertreters besetzt. Insgesamt umfasst die Glückstädter Wehr 65 Mitglieder, davon zehn Frauen. Und auf Grund der Präsentation wollte gleich ein junger Mann neu in die Wehr eintreten.

„Unser Ausbildungs- und Ausrüstungsstand befindet sich auf einem hohen Level“, sagte Ties Tießen. Die Stadt unterstütze den Brandschutz im hohen Maße. Darin eingeschlossen ist auch die Jugendwehr – die älteste im Kreis Steinburg. 1962 wurde auf Betreiben des Bürgermeisters Dr. Manfred Bruhn die Nachwuchsabteilung gegründet. Heute lernen 24 Jugendliche aus Glückstadt und Umlandgemeinden unter Leitung von Jugendwartin Veronika Westphal und vier Ausbildern den Umgang mit Gerät und Material. Davon konnten sich auch etliche Schaulustige in einer kleinen Einsatzübung der jungen Menschen überzeugen.

Als am Nachmittag der Feuerwehr-Musikzug aus Wacken zum Konzert bat, füllte sich das Festzelt. Die „Wacken Firefighters“ unter Leitung von Stefan Bumann rissen ihre Fans von den Sitzen. Nicht minder laut, aber mit noch mehr Resonanz lief der Abend, als Top Union ins Festzelt rief. Nach Veranstalter-Angaben rockten zeitweise mehr als 500 Gäste bis in die Nacht.

Am Sonntag bauten die Feuerwehrleute erneut einen Großteil ihres Fahrzeugparks auf. Und im Zelt machten die Jazzer um Reinhold Witt und Shantychöre Stimmung. Verschiedene Aktionen wie Gemüseverkauf, Schau der historischen Bahrenflether Trecker, Gesundheitscheck und das beliebte Ponyreiten rundeten die Veranstaltung der freiwilligen Feuerwehr ab.

Kreisbrandmeister Frank Raether brachte es auf den Punkt: „Es ist wichtig, dass sich die freiwilligen Feuerwehren der Öffentlichkeit präsentieren. Die Bevölkerung muss wissen, wohin und wofür Gelder in den Brandschutz fließen. Schlussendlich kommt das allen zugute.“ In zehn Jahren wird es vermutlich eine neue Schau der Brandschützer geben – dann zum 150. Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Glückstadt.

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