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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 05:27 Uhr

140 Jahre alt – und Nachwuchssorgen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zum Chorjubiläum freut sich die Liedertafel St. Margarethen über ein volles Haus in der Sporthalle

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2015 | 09:25 Uhr

Überwältigt von dem unerwartet starken Besuch beim Chorkonzert zum 140. Geburtstag der Liedertafel St. Margarethen von 1875 zeigte sich deren Vorsitzender Horst Schneider, als am Sonntagnachmittag die Plätze in der Turnhalle der Elbgemeinde restlos besetzt waren. „Wir haben sogar noch weitere Tische und Stühle rangeschafft“, bemerkte der Vorsitzende. Horst Schneider begrüßte zunächst die Bürgermeister Volker Bolten aus St. Margarethen, Anja Finke aus Kudensee, Uwe Lameyer aus Landscheide und Richard Schmidt aus Büttel, Hans Otto Sönnichsen als 2. Vorsitzenden des Sängerkreises 6, die Vertreter der örtlichen Vereine, die Ehrenmitglieder und fördernden Mitglieder und natürlich „die Hauptdarsteller dieses Nachmittags“, die Sängerinnen und Sänger des Jubiläumschores sowie der Gastchöre.

Trotz aller Freude über das 140-jährige Bestehen der Liedertafel blickte deren Vorsitzender pessimistisch in die Zukunft. Das Durchschnittsalter der 22 aktiven Sänger betrage 68,3 Jahre – „und Nachwuchs ist so gut wie gar nicht in Sicht.“ Deshalb war sich Horst Schneider sicher: „Ohne Nachwuchs wird es ganz bestimmt keinen 150. Geburtstag der Liedertafel geben!“ Deshalb richtete er die dringende Bitte an alle, neue Sänger für den Chor zu werben. Schneider machte Mut: „Notenkenntnisse sind nicht erforderlich. Und vorsingen muss auch niemand.“ Zu den Chorproben jeden Dienstag um 20 Uhr im Dolling-Huus sind deshalb Neulinge willkommen.

Seine Glückwünsche an das 140-jährige Geburtstagskind verband Volker Bolten im Namen aller vier Gemeinden mit einem Geldgeschenk. Er wünschte dem Chor als wichtigem Kulturträger eine erfolgreiche Zukunft. Singen sei ein großartiges und interessantes Hobby, das gleichsam Balsam für die Seele vermittle, sagte Sönnichsen bei der Übergabe eines Geldgeschenks. Ihm schloss sich in gleicher Weise Gaby Büch namens aller Vereine an.

Pastor Eckart Grulke hatte als Geschenk der Kirchengemeinde eine 50-Cent-Münze mitgebracht, die er anlässlich des 140. Chorjubiläums in 140-facher Zahl überreichte. Die Sprecher der Gastchöre schlossen sich mit weiteren „Flachgeschenken“ an, wie die Geldbriefumschläge sinnigerweise bezeichnet werden. Dirk Maaß als Chef des Gemischten Chors Wacken überreichte „Noten für Noten“.

Das Chorfest begann mit einer gemeinsamen Kaffeetafel. Danach traten nacheinander die Liedertafel St. Margarethen, die seit 40 Jahren von Heinz Wessel dirigiert wird, sowie die eingeladenen Gastchöre auf: Der Gesangverein Brokdorf (Leitung Heinz Wessel), der Kirchenchor St. Margarethen (Leitung Heinz Wessel), die Gruppe „Aufwind“ sowie der Gemischte Chor Wacken (Leitung Klaus Schneider). Dieser hatte richtige Ohrwürmer in seinem Repertoire. Den tosenden Beifall der begeisterten Zuhörer belohnten die Wackener Sängerinnen und Sänger mit einer plattdeutschen Version von „Mein kleiner grüner Kaktus“ im Stil der legendären Comedian Harmonists“. Lustige Einlage: Der Sänger Gerd Günter Johannsen servierte als Kellner dem Chorleiter Klaus Schneider als „Mann am Klavier“ das vielbesungene Glas Bier.

Nach der Pause setzten die Chorgemeinschaft Wilster/Sude mit den Chorleitern Siegrun Marschke und Adalbert Becker, die „Deerns vun Wilster“ (Leitung Inge Schiller) und nach einem weiteren Auftritt der Liedertafel St. Margarethen die „Chorgemeinschaft Elbe“ (Leitung Heinz Wessel und Siegrun Marschke) das Programm fort, ehe es mit dem gemeinsam gesungenen Bundeslied von Wolfgang Amadeus Mozart festlich ausklang.

Ein weiterer Höhepunkt war als Auftakt des zweiten Teils die Ehrung von Heinz Wessel anlässlich seines 40-jährigen Chorleiter-Jubiläums bei der Liedertafel St. Margarethen. Horst Schneider dankte ihm für „schöne Auftritte und viele Erfolge“ und unterstrich, dass sich Heinz Wessel große Verdienste um die örtliche Liedertafel erworben habe. Man sei zwar nicht immer einer Meinung gewesen, habe sich aber danach immer noch in die Augen sehen können. Als Präsent der Liedertafel überreichte Schneider eine handbemalte Schilderuhr mit einer Widmung des Chores. Für den Sängerkreis 6 hielt Hans Otto Sönnichsen – allerdings falsche – eine Urkunde und Ehrennadel für den Jubilar bereit.

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