zur Navigation springen

1200-Kilometer-Anreise zum Peugeot-Treffen in Frestedt

vom

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Frestedt | Mit 1200 Kilometern hatte der Bankangestellte Ulrich Mader (47) aus Martinsberg in Österreich dieses Mal die längste Anreise. Zum 15. Mal kam Mader bereits nach Frestedt zum Peugeot-Treffen. Er kannte noch Christoph Ruppel, der vor 25 Jahren gemeinsam mit Ingo Bohm aus Barlt das Peugeot 404-Treffen in Frestedt ins Leben gerufen hatte. Als Ruppel verstarb, wechselte das Treffen lediglich die Straßenseite auf den Hof von Pit Brodersen, wo es seit elf Jahren stattfindet.

"Die Szene ist so konstant, dass immer zwischen 50 und 60 Autos kommen", weiß Ingo Bohm. So auch diesmal. Ein Teil der rund 100 Teilnehmer reiste bereits am Donnerstag an und campierte auf Brodersens Hauskoppel, quasi direkt neben ihren geliebten Fahrzeugen.

Die legendären 404-Modelle aus den 60er Jahren machten knapp die Hälfte der angereisten Wagen aus. Die ältesten Fahrzeuge waren drei Peugeot 203 aus den 50er Jahren, einer sogar in der seltenen Variante als Kombi.

"Alles was an den Autos glänzt ist rostfreier Stahl", weiß Peugeot-Experte Bohm und zählt auf: "Kühlergrill, Zierleisten, Stoßstangen und Radkappen." An den alten Peugeot der Baureihe 203 prangt zudem der Löwenkopf als Kühlerfigur auf der Motorhaube.

Warum sie 30 bis 60 Jahre alte Peugeots fahren, da sind sich alle einig: "Der Fahrkomfort ist himmlisch, die Technik simpel", bringt es Mader auf den Punkt. Sein erstes Auto war ein 404, den er 1984 geschenkt bekam. Einmal Peugeot, immer Peugeot, lautet seither sein Motto. Heute fährt er einen Peugeot 604, Baujahr 1979. Seit 248 000 Kilometern schnurrt der Diesel bei acht Litern auf 100 Kilometer mit bis zu 140 Kilometern pro Stunde über Europas Straßen. Mit zwölf Stunden Fahrzeit rechnete Mader für die Rückfahrt nach Österreich.

"Die alten Peugeot haben hämisphärische Brennräume mit einer extrem sauberen Verbrennung. Dadurch haben die Wagen Abgaswerte wie Neukonstruktionen", schwärmt Ingo Bohm, der selbst einen 404 Kombi Superlux, Baujahr 1964, fährt.

Höhepunkt des Treffens war diesmal eine Ausfahrt zum Kanal bei Hochdonn. Der Kanal ist besonders für die von weit her angereisten Peugeot-Freunde ein Erlebnis. Ansonsten wurde bei Bier und Fleisch vom Grill in Brodersens Maschinen-Carport geklönt und so manches Ersatzteil getauscht oder verkauft. Viele reisten wieder mit einem Kofferraum voller Teilen an. So sorgt das Frestedter Treffen dafür, das auch in den kommenden Jahren die historischen Peugeots wieder aus eigener Kraft unterwegs sein können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen