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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 06:22 Uhr

NABU : 111 Jahre im Einsatz für die Umwelt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Naturschutzbund Itzehoe feiert Schnapszahl-Geburtstag. Erfolgreiche Projekte: Amphibienzaun und Rückkehr des Turmfalken.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2016 | 08:00 Uhr

Sie sind die nächste Generation der Naturschützer: Nach der Winterpause traf sich die Kindergruppe des Naturschutzbundes Nabu in ihrem Kleingarten in der Gartenkolonie Eichtal, um in eine neue Saison zu starten. Und diese ist für die Nabu-Ortsgruppe eine besondere: Seit 111 Jahren engagiert sie sich für den Erhalt von Natur und Landschaft in Itzehoe.

1905 wurde sie als Bund für Vogelschutz gegründet – damit zähle sie zu den ältesten Ortsgruppen des Nabu in Deutschland, so Vorsitzender Leonhard Peters, der in der Mitgliederversammlung voller Respekt von den Vorgängern sprach: „Leider existiert keine lückenlose Chronik, aber das Alter und die Beständigkeit der Ortsgruppe sind für mich Ansporn und Verpflichtung zugleich, auch weiterhin die Arbeit der Ortsgruppe mit Leben zu füllen und Menschen für den Natur- und Umweltschutz zu begeistern.“ Mit rund 300 sei die Mitgliederzahl stabil geblieben, doch es würden mehr Aktive benötigt, um die Aufgaben des Vereins zu tragen.

So wurde im vergangenen Jahr erstmals ein Amphibien-Schutzzaun zwischen Oelixdorf und Winseldorf installiert. Auch in diesem Frühjahr baute der Nabu ihn wieder auf, derzeit müsse er täglich kontrolliert werden. Der Ortsgruppe sei auch zu verdanken, dass im vergangenen Jahr der Turmfalke wieder in den Kirchturm von St. Laurentii eingezogen sei, so Peters. Diese Artenschutzaktion wurde von den Vereinten Nationen gewürdigt und darf nun den Titel „Ausgezeichneter Beitrag der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ führen. „Die Rückkehr des Turmfalken war ein motivierendes Ereignis in dem doch manchmal schwierigen Naturschutz-Alltag“, freute sich Peters.

Aber auch die Arbeit in der Kindergruppe, die vor allem von der 2. Vorsitzenden Inge Gramer betreut wird, mache viel Freude und sei sehr sinnvoll: Die Hoffnung sei, die Kinder für die Natur zu begeistern und für den Naturschutz in Itzehoe zu sensibilisieren. „Vielleicht wird diese Generation sensibler mit den natürlichen Ressourcen umgehen, als es die Stadt Itzehoe momentan praktiziert“, so Peters. Die Planungen des Baugebietes im Eichtal seien für ein gutes Beispiel: „Wir verlieren artenreiche Erholungsräume und opfern diese einer kapitalorientierten Wirtschaftsweise, die langfristig der Attraktivität Itzehoes schadet“, beklagt der Vorsitzende. Er fordert eine nachhaltige Siedlungsentwicklung, die mit Grund und Boden sparsam umgehe.

Für seine Naturschutzarbeit bekomme der Nabu oft Schelte. Dabei, so betont er, gehe es nur darum, für die nächsten Generationen – und die kommenden 111 Jahre – die Lebensqualität für Natur und Mensch zu erhalten.

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