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Gewerkschaften : 100 Jahre Kampf für Arbeiter-Rechte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Arbeitnehmerempfang in der Holcim-Kantine: Werbung für Mitbestimmung und eine Arbeit, die menschlich bleibt.

Die Verbundenheit zwischen den Sozialdemokraten und den Gewerkschaften haben der SPD-Kreisverband Steinburg und die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) auch in diesem Jahr mit einem Arbeitnehmerempfang zum Ausdruck gebracht. Veranstaltungsort war die Kantine des Holcim-Werks in Lägerdorf.

AfA-Kreisvorsitzender Klaus-Dieter Fox machte sich in seiner Begrüßung stark für die Durchsetzung des flächendeckenden Mindestlohns sowie für die Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren und betonte: „Ich bin überzeugt, dass auch dieses gelingen wird.“ In diesem Zusammenhang rief er zur Teilnahme an den Maikundgebungen am kommenden Donnerstag in Wilster, Lägerdorf und Itzehoe auf. In der Kreisstadt werde das gleichzeitige Ende der Prinovis-Druckerei im Mittelpunkt der Kundgebung stehen.

In Anwesenheit des SPD-Kreisvorsitzenden Rudolf Riep, der Landtagsabgeordneten Birgit Herdejürgen, des Elmshorner Bundestagsabgeordneten Ernst-Dieter Rossmann, des stellvertretenden Kreispräsidenten Volker Susemihl und des Itzehoer Bürgervorstehers Heinz Köhnke wies Holcim-Betriebsratsvorsitzender Norbert Wagner auf die Wurzeln der Mitbestimmung vor über 100 Jahren hin. Diese Rechte seien mehrfach revidiert worden, aber der demografische Wandel, die Digitalisierung und die Arbeitsverdichtung schafften zunehmende Probleme. Die Unternehmen suchen händeringend spezielle Fachkräfte, die einfach nicht zu finden seien und deshalb teilweise sogar aus dem Ausland angeworben werden müssten.

Wagner lobte die große Ausbildungsbereitschaft von Holcim mit zurzeit zehn Prozent Azubis. Er bedauerte allerdings, dass es gerade die jungen Leute seien, die verstärkt eine Schichtarbeit im Unternehmen ablehnten. Die psychische Belastung durch eine zunehmende Arbeitsverdichtung und die betriebliche Weiterbildung seien aktuelle Themen, um die sich auch die Politik kümmern sollte.

In einem weiteren Grußwort beschrieb der DGB-Kreisvorsitzende Tobias Klaaßen aktuelle Gewerkschaftsthemen. Er warb für die anstehenden Betriebsratswahlen, um die Rechte der Arbeitnehmer wahren zu können. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Arbeit menschlich bleibe, sagte der DGB-Chef. Er bedauerte das Aus für Prinovis in Itzehoe, stellte aber fest, dass es die Mitarbeiter ohne Sozialplan und Interessenausgleich noch härter getroffen hätte. Nachdrücklich forderte Klaaßen eine Unterstützung der Politik ein, um aktiv den Rücken der Arbeitnehmervertreter zu stärken.

Das Hauptreferat der Veranstaltung hielt die SPD-Europaabgeordnete und -kandidatin Ulrike Rodust, die dem EU-Parlament seit fünf Jahren angehört. Scharf wandte sie sich gegen populistische Parolen der anti-europäischen und anti-demokratischen Parteien und zeigte sich erfreut darüber, dass bei der Wahl am 25. Mai die Wähler erstmals darüber mitentscheiden, wer künftig Präsident der EU-Kommission werde. Dadurch werde die demokratische Legitimation der europäischen Politik erhöht. Ulrike Rodust übte Kritik an dem Einsatz von „Abermilliarden für die Rettung europäischer Banken“, während für die Kinder nicht einmal ein Zehntel dieser Finanzmittel aufgebracht werde. Ulrike Rodust: „Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit muss zu einer Toppriorität für die Europäische Union und die Mitgliedsstaaten werden!“

Die SPD wolle eine europäische Sozialunion, in der soziale Ziele zu zentralen Leitmotiven europäischer Politik werden. Sie fordere einen sozialen Stabilitätspakt, um gemeinsame Ziele für Sozial- und Bildungsausgaben zu vereinbaren. Sie trete ein für eine soziale Fortschrittsklausel, mit der soziale Grundrechte nicht den Marktfreiheiten im Binnenmarkt untergeordnet würden. Der Wettbewerbsverzerrung durch Sozialdumping sagte Ulrike Rodust den Kampf an. „Verstöße gegen das Arbeits- und das Wettbewerbsrecht müssen geahndet und sanktioniert werden!“

Für all dieses brauche Europa neue politische Mehrheiten im Europäischen Parlament und einen neuen politischen Kurs an der Spitze der EU-Kommission. Dafür sei Martin Schulz als Kandidat der europäischen Sozialdemokraten der richtige Mann. Sie selbst wolle als schleswig-holsteinische Abgeordnete auf dem 12. Listenplatz weiterhin helfen, diese Ziele für ein sozialeres, gerechteres und demokratisches Europa zu erreichen.

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