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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 00:27 Uhr

1,4 Millionen Euro für Notunterkünfte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amt stellt Geld für Flüchtlingswohnungen bereit

Mit der Bereitstellung von 1,4 Millionen Euro will das Amt Wilstermarsch einer drohenden Wohnungsnot vorbeugen. Ob mit dem Geld bis zu 16 neue Wohneinheiten an den Schlichtwohnungen in Dammfleth gebaut oder Wohncontainer angeschafft werden, bleibt zunächst offen. „Es geht vor allem um den Erhalt unserer Handlungsfähigkeit“, begründete Leitender Verwaltungsbeamter Heiko Wiese die von seiner Verwaltung ausgegangene Initiative.

Der Bauausschuss hatte sich bereits am Montag für eine Suche nach Alternativen zu einem Neubau von Wohnraum ausgesprochen. Ähnlich war jetzt auch der Tenor im Finanzausschuss. Erklärtes Ziel blieb dabei aber, dass eine Ballung von Unterkünften möglichst vermieden werden soll. Eine Möglichkeit: In jeder Wilstermarschgemeinde würde ein Wohncontainer platziert, was zusätzlich den Charme hat, dass für jeden Standort die möglichen Zuschüsse in Höhe von jeweils 25  000 Euro abgegriffen werden können.

Mittlerweile konnte die Verwaltung erste Kostenangaben für eine Containerlösung vorlegen. Danach könnte ein Lieferant aus Nortorf bei Neumünster pro Monat bis zu zwei mobile Einheiten in einer – so Wiese – „netteren Version“ liefern. Unterm Strich käme man dabei aber auf Gesamtkosten von mehr als einer Million Euro. Preiswerter wäre ein Lieferant, der in der Türkei hergestellte Blechcontainer anbietet. Stückpreis: rund 60  000 Euro.

Heiko Wiese wies noch einmal daraufhin, dass sich der Bau von festen Unterkünften durch Mieteinnahmen nach gut 20 Jahren amortisiert habe. Er äußerte die Überzeugung, dass es für die Wohneinheiten – auch nach eventuell erforderlichen Umbauten – in Wilster längerfristig einen Markt gebe. „Die Container haben später keinen Wert mehr“, vermutete denn auch Finanzausschuss-Vorsitzender Manfred Boll (Nortorf) angesichts der aktuellen Überflutung des Marktes.

„Wir wissen doch gar nicht, was auf uns noch zukommt“, machte Peter Krey (Beidenfleth) deutlich, wie schwierig eine Entscheidung sei. Richard Schmidt (Büttel) konnte da nur beipflichten: „Ein Ende ist doch gar nicht absehbar.“ Schmidt ließ allerdings auch durchblicken, dass er eher zu einem festen Gebäude tendiere. Elke Göttsche (Brokdorf) formulierte einen Kompromissvorschlag: Bau von erst einmal nur acht Wohneinheiten und Anschaffung von Containern nach Bedarf. Was die Nutzung der Wohnungen am Ortseingang von Wilster nach einem Abebben der Flüchtlingswelle betrifft, brachte sie eine weitere Überlegung ins Spiel. So könnte es nach ihrer Einschätzung mit Blick auf eine zunehmende Altersarmut bald einen großen Bedarf an günstigem Wohnraum geben.

Der Beschluss am Ende: Der Finanzausschuss empfiehlt wie der Bauausschuss die Bereitstellung von 1,4 Millionen Euro im Amtshaushalt für 2016. Konkrete Aufträge, zum Beispiel auch für die Planung, wurden noch nicht erteilt. Das letzte Wort hat nun der Amtsausschuss, der sich am Montag in einer Woche mit dem Thema befassen wird.

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erstellt am 06.Nov.2015 | 09:25 Uhr

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